Kaitlan Collins : Weißes Haus schließt CNN-Reporterin von Pressekonferenz aus

Das Weiße Haus lässt eine CNN-Reporterin nicht zur Pressekonferenz von US-Präsident Trump und EU-Kommissionschef Juncker. Der Grund: "unangemessene" Fragen.

CNN-Reporterin Kaitlan Collins.
CNN-Reporterin Kaitlan Collins.Foto: Alex Brandon/dpa

Das Weiße Haus ist wegen eines Verbots für eine Journalistin des Senders CNN an der Teilnahme an der Pressekonferenz von US-Präsident Donald Trump mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker heftig kritisiert worden. CNN zitierte am Mittwoch seine Reporterin Kaitlan Collins, wonach Beamte der Kommunikationsabteilung des Weißen Hauses ihr die Teilnahme an der Pressekonferenz untersagten. Grund seien "unangemessene" Fragen, die sie bei einer anderen Pressekonferenz früher am Tag gestellt habe.

Kaitlan Collins hatte den US-Präsidenten gefragt, ob er sich von seinem Ex-Anwalt Michael Cohen betrogen fühle und warum Russlands Präsident Wladimir Putin seine Einladung nach Washington noch nicht angenommen habe.

Die Vereinigung der aus dem Weißen Haus berichtenden Korrespondenten verurteilte "die fehlgeleitete und unangemessene Entscheidung des Weißen Hauses", die Journalistin "von einer offenen Pressekonferenz fernzuhalten, nachdem sie Fragen stellte, die ihnen nicht gefallen haben".

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"Nur weil das Weiße Haus sich mit einer Frage zu den Nachrichten des Tages nicht wohlfühlt, heißt das nicht, dass die Frage nicht relevant ist oder nicht gestellt werden sollte", erklärte CNN.
Auf einem Videomitschnitt des Pressetermins ist zu sehen, wie Collins wiederholt Fragen zu Cohen und Putin an den Präsidenten richtet, dieser aber nicht antwortet. Stattdessen sagt Trump wiederholt „vielen Dank“ in Richtung der versammelten Presse, um die Runde zu beenden. Der US-Präsident hatte Cohen zuvor in der Schweigegeld-Affäre um ein ehemaliges Playmate attackiert.
Nach dem Termin wurde Collins ihren eigenen Angaben zufolge von einer späteren Pressekonferenz von Trump und Juncker im Rosengarten des Weißen Hauses ausgeladen. Eine derartige Vergeltungsmaßnahme spreche nicht für eine „offene und freie Presse“, sagte der Sender CNN in einer Stellungnahme.

Die Korrespondentenvereinigung WHCA verurteilte den Vorfall als Verstoß gegen die Pressefreiheit. „In unserer Republik unterstützt die WHCA das Recht aller Reporter, ihren Aufgaben ohne Furcht vor Repressalien der Regierung nachzugehen“, sagte der Präsident der Vereinigung, Olivier Knox, in einer Stellungnahme. Auch der sonst eher regierungsfreundliche Fernsehsender Fox News brachte seine „starke Solidarität“ zum Ausdruck.
Trump-Sprecherin Sarah Sanders sagte später zur Begründung, die Reporterin sei von der späteren Pressekonferenz ausgeschlossen worden, weil sie ihre Fragen geschrien und sich geweigert habe, den Termin zu verlassen. Das Weiße Haus unterstütze eine freie Presse. (dpa, AFP)

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