Kampf gegen den IS : Regierungskreise: Trump äußert Wunsch nach schnellem Syrien-Abzug

Hochrangigen Mitarbeitern zufolge will der US-Präsident amerikanische Truppen schnell aus Syrien abziehen. Er stellt sich damit gegen viele Mitglieder seiner Regierung.

Soldaten stehen im syrischen Manbidsch neben Militärfahrzeugen über denen US-amerikanische Fahnen wehen. Am Donnerstag waren dort ein amerikanischer und ein britischer Soldat getötet worden.
Soldaten stehen im syrischen Manbidsch neben Militärfahrzeugen über denen US-amerikanische Fahnen wehen. Am Donnerstag waren dort...Foto: dpa/Hussein Malla

US-Präsident Donald Trump äußert Regierungskreisen zufolge auch in vertraulichen Gesprächen den Wunsch, die amerikanischen Soldaten schnell aus Syrien abzuziehen. Dies habe Trump seinen Beratern gesagt, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag von zwei hochrangigen Mitarbeitern. Damit stellt sich Trump gegen viele Mitglieder des Regierungsapparates.

Im Moment sind in dem Bürgerkriegsland etwa 2000 US-Soldaten stationiert, um gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat zu kämpfen. Trump hatte am Donnerstag in einer Rede in Ohio überraschend erklärt, die Truppen würden "sehr bald" abgezogen und die Verantwortung für die Sicherheit an andere Länder übertragen.

Die Regierungsmitarbeiter sagten dazu, diese Äußerungen spiegelten interne Beratungen wieder. Trump habe dabei die Truppenpräsenz infrage gestellt. Einer der beiden Mitarbeiter erklärte, Trump wolle die Verantwortung an andere Staaten abgeben, wenn der IS zerstört sei. Dies sei aber noch nicht mal annährend der Fall.

Zuletzt waren in Syrien ein amerikanischer und ein britischer Soldat bei der Explosion eines Sprengsatzes an einer Straße getötet worden. Der Vorfall ereignete sich Regierungskreisen zufolge am Donnerstag in der Nähe von Manbidsch im Norden des Landes. In dem Ort gilt der IS als weitgehend besiegt. Trotz ihrer Niederlagen begehen die Extremisten in Syrien und im Irak immer wieder Bombenanschläge oder Attentate. (Reuters)

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