Kein Bier für Nazis : Thüringer Polizei macht Tankstelle zum Hauptquartier

Erst Ostritz, jetzt Themar: Rechtsradikalen soll die Lust am Feiern vergehen, weil sie kein Bier bekommen. Die Polizei setzt ein Alkoholverbot raffiniert durch.

Finger weg: In Themars Tankstelle sollen die Neonazis nicht ans Regal kommen. (Symbolbild)
Finger weg: In Themars Tankstelle sollen die Neonazis nicht ans Regal kommen. (Symbolbild)Foto: Marc Müller/dpa

Vor einem geplanten Rechtsrock-Konzert im thüringischen Themar hat die Polizei eine Tankstelle in der Nähe des Festivalgeländes angemietet. „Die Tankstelle ist das Hauptquartier der Polizei und zur Getränkeversorgung von Neonazis nicht zugänglich“, sagte Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) am Dienstag in Erfurt. Zuvor hatte das „Freie Wort“ online über die Pläne berichtet.

Der Vize-Präsident der Thüringer Landespolizei, Thomas Quittenbaum, sagte, der Pächter schließe die Tankstelle und stelle der Polizei die Flächen dort zur Verfügung. „Wir werden dort während des Festivals einen Führungspunkt haben und Logistik“, sagte Quittenbaum.

Das Rechtsrock-Konzert in Themar im Süden Thüringens ist für Freitag und Samstag geplant. Das Verwaltungsgericht in Meiningen hatte am Montag Auflagen für ein Alkoholverbot bestätigt. Demnach darf bei dem Konzert am Samstag kein Alkohol ausgeschenkt werden. Am Freitag ist Leichtbier mit bis zu 2,7 Prozent Alkohol erlaubt. In der Vergangenheit hatten sich viele Rechtsextreme während des Festivals in der nahe liegenden Tankstelle mit Alkohol versorgt.

Im Juni hatten Einwohner im ostsächsischen Ostritz ein viel beachtetes Signal gegen ein rechtsextremes Festival gesetzt, indem sie Biervorräte eines Supermarkts aufgekauft hatten. Für die Veranstaltung war zuvor ein Alkoholverbot verhängt worden und die Polizei hatte 4200 Liter Bier beschlagnahmt. (dpa)

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