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Der 63-jährige Hermann-Josef Klüber war bisher Vizepräsident.
© Hessische Staatskanzlei/dpa

Nachfolger für Lübcke: Klüber wird in Kassel Regierungspräsident

Nach dem Mord an Walter Lübcke war der Posten des Kasseler Regierungspräsidenten drei Monate vakant. Nun ist der Nachfolger bestimmt.

Nach der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hat die hessische Landesregierung einen Nachfolger bestimmt. Wie Ministerpräsident Volker Bouffier und Innenminister Peter Beuth (beide CDU) am Freitag in Wiesbaden mitteilten, soll der bisherige Vizepräsident des Regierungspräsidiums, Hermann-Josef Klüber (CDU), das Amt übernehmen.

Der 63-Jährige sei den Mitarbeitern der Behörde in der Zeit nach Lübckes Ermordung "eine wichtige Stütze" gewesen und habe das Regierungspräsidium "durch diese schlimmen Wochen geführt", erklärte Bouffier. Es wäre im Sinne Lübckes gewesen, "seine Arbeit und seine Region in die Hände eines Nachfolgers zu geben, der in seinem Sinne die Dinge weiterführt".

Klüber wurde 2017 Vizepräsident des Regierungspräsidiums Kassel. Zuvor hatte er das Amt drei Jahre lang kommissarisch inne. Der Jurist war Staatsanwalt beim Landgericht Fulda, bevor er in Thüringen im Justiz- und später im Innenministerium arbeitete. Vor seinem Wechsel ins Kasseler Regierungspräsidium war Klüber Landespolizeivizepräsident im hessischen Innenministerium.

Der CDU-Politiker Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni tot auf der Terrasse seines Wohnhauses im nordhessischen Wolfhagen-Istha gefunden worden. Der Obduktion zufolge wurde der 65-Jährige mit einer Kurzwaffe aus nächster Nähe erschossen. Die Ermittler gehen von einem rechtsextremen Hintergrund der Tat aus. Tatverdächtig ist Stephan E., ein den Behörden seit Jahren bekannter Rechtsextremist. Ein zunächst abgelegtes Geständnis widerrief E. später. Die Bundesanwaltschaft ermittelt in dem Fall.

Für Entsetzen sorgten nach dem Tod Lübckes pietätlose rechte Reaktionen im Internet, aus denen teils Häme und Schadenfreude sprach. Als Regierungspräsident war Lübcke im Jahr 2015 auch für die Einrichtung von Erstaufnahmelagern für Flüchtlinge zuständig. (AFP)

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