Nach Bombendrohungen : Mehrere Gerichte werden geräumt

Bei mehreren Gerichten in deutschen Städten sind Bombendrohungen eingegangen. An vier Standorten räumten Polizisten die Gebäude.

Ein Polizeiauto steht nach einer Bombendrohung vor dem Justizzentrum Erfurt.
Ein Polizeiauto steht nach einer Bombendrohung vor dem Justizzentrum Erfurt.Foto: Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

Mehrere Gerichte in deutschen Städten sind am Dienstag nach Bombendrohungen geräumt worden. In Mainz, Wolfsburg, Lübeck, Chemnitz und Erfurt waren Drohungen eingegangen. In der Thüringer Landeshauptstadt Erfurt waren zwei Sprengstoffspürhunde im Einsatz und durchstreiften das Justizzentrum, wie eine Polizeisprecherin sagte.

Betroffen seien unter anderem das Amtsgericht und die Staatsanwaltschaft Erfurt, deren Mitarbeiter ihre Büros verlassen mussten. Die Gerichtsverhandlungen seien zunächst bis Mittag ausgesetzt, hieß es.

Auch in Wolfsburg wurde das Amtsgericht zwischenzeitlich geräumt. Die Drohung ging ersten Ermittlungen zufolge per Mail ein. Um 9.15 Uhr konnte Entwarnung gegeben werden. 

Auch das Amtsgericht Lübeck wurde geräumt

In Lübeck erfuhr die Polizei am Dienstagmorgen von der Bedrohung gegen das Gebäude des Amtsgerichts und räumte es daraufhin. In Mainz, wo die Drohung laut Polizeisprecherin gegen 7.30 Uhr einging, wurden das Land- und das Amtsgericht ebenfalls geräumt.

Auch in Chemnitz ging eine Drohung gegen das Amtsgericht ein, das Gebäude wurde aber nicht evakuiert. Mehreren Medienberichten zufolge wurde die Straße vor dem Gebäude abgesperrt.

Bereits am vergangenen Freitag waren in mehreren deutschen Rathäusern Bombendrohungen eingegangen. Drohmails kamen in den Stadtverwaltungen von Leipzig, Essen und Augsburg an. Im April hatte es im Zusammenhang mit dem Prozess gegen den mutmaßlichen Urheber einer Serie rechtsextremer Drohschreiben am Berliner Landgericht ebenfalls eine Bombendrohung gegeben.

Die Verhandlung musste unterbrochen werden. In einem Fax schrieb ein mutmaßlicher Komplize des Angeklagten namens "NSU 2.0", rund um den ursprünglich für die Verhandlung vorgesehenen Saal seien zahlreiche Sprengsätze deponiert. (mlk, dpa, AFP)

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