Nach massiven Protesten : SPD plant neues Geschichtsforum

Es gab einen Proteststurm, als die SPD-Führung im Sommer ihre traditionsreiche Historische Kommission auflöste. Nun baut sie ein neues Geschichtsforum auf.

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Was hätte Willy Brandt zum Umgang seiner Partei mit der Geschichte gesagt? Der Vizekanzler und SPD-Chef am Wahlabend 1969.Foto: picture alliance / dpa

Die SPD will bald ein Nachfolge-Gremium für ihre im vergangenen Sommer aufgelöste Historische Kommission vorstellen. „Ich erhoffe mir neue Impulse für die SPD, die uns anschlussfähig für intellektuelle Diskurse machen. Die spannenden Debatten müssen wieder bei uns geführt werden“, sagte SPD-Schatzmeister Dietmar Nietan dem Tagesspiegel. Nietan ist seit der Auflösung der Historischen Kommission Beauftragter des Parteivorstands für historische Fragen in der SPD. Er hat nun Einladungen an Historiker und Politiker versandt, im künftigen „Geschichtsforum in der SPD“ mit zu arbeiten. Das Gremium soll nach seinem Wunsch jünger und weiblicher werden als die Vorgänger-Organisation. Den Einsetzungsbeschluss soll Mitte Februar der Parteivorstand treffen.

Mehr als 1000 Historiker und andere Interessierten hatten im Sommer in einem offenen Brief gegen die Auflösung der Historischen Kommission protestiert. Nietan trat Befürchtungen entgegen wonach der Parteivorstand die neue Organisation an der kurzen Leine halten wolle. „Wir wollen kein Gremium schaffen, das ein Weisungsempfänger des SPD-Parteivorstands ist“, versicherte er: „Im Gegenteil: Seine Mitglieder sollen eigenständig und eigensinnig sein.“ 

 

 

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