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Nach Tod einer Elfjährigen : Senat und Eltern wollen keine Spekulationen

Laut Senat gibt es bisher keine belastbaren Hinweise für einen Suizid in direkter Folge eines Mobbingfalls. Die Eltern des Mädchens bitten um Rücksicht auf ihre Trauer.

Trauer bei den Mitschülern ddes verstorbenen Mädchens: Auf den Stufen zum Eingang der Hausotter-Grundschule in Reinickendorf stehen bzw. liegen Kerzen, Blumen und Stofftiere.
Trauer bei den Mitschülern ddes verstorbenen Mädchens: Auf den Stufen zum Eingang der Hausotter-Grundschule in Reinickendorf...Foto: Paul Zinken/dpa

Der Regierende Bürgermeister hat sich am Dienstag vor der Senatssitzung über den aktuellen Stand im Fall des Todes einer elfjährigen Reinickendorfer Schülerin informieren lassen. Demnach gibt es bisher keine belastbaren Hinweise für einen Freitod des Kindes in unmittelbarer Folge von Mobbing.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dauern unterdessen an. "Es gibt wegen des Todes einer elfjährigen Schülerin – vermutlicher Suizid – ein Todesermittlungsverfahren von Amts wegen, in welchem – unter Auswertung des Ergebnisses der noch vorzunehmenden Obduktion -  geprüft wird, ob strafrechtlich relevantes Fremdverschulden auszuschließen ist", teilte die Staatsanwaltschaft dem Tagesspiegel mit. Derzeit bestehe kein Anfangsverdacht für eine Straftat. Strafanzeigen im Hinblick auf den Tod des Kindes seien ebenfalls nicht bekannt. Zu sonstigen Vorgängen im Zusammenhang mit der Schule könne keine Auskünfte erteilt werden.

Die Eltern des Mädchens, das vergangene Woche zu Tode gekommen war, wandten sich am Dienstag in einem Brief an die Öffentlichkeit. Darin bitten sie, „die öffentlichen Spekulationen über die Umstände des Todes unserer Tochter zu beenden“, um in Ruhe in der Familie trauern zu können.

An der Reinickendorfer Grundschule gab es über Jahre hinweg Mobbing-Probleme. Unter anderem deswegen wurde vor einiger Zeit die Schulleitung ausgewechselt. Seitdem habe sich die Situation verbessert, heißt es in der Bildungsverwaltung. Die neue Schulleiterin hatte öffentlich bestätigt, dass das Mädchen im vergangenen Schuljahr Opfer von Mobbing wurde. Zwei Mitschülerinnen seien deshalb aus der Klasse genommen worden. (Tsp)

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