• "Nationalsozialistische Offensive": Rechtsextreme bekennen sich zu Bombendrohung in Neumünster

"Nationalsozialistische Offensive" : Rechtsextreme bekennen sich zu Bombendrohung in Neumünster

Politiker und Prominente erhalten seit Wochen E-Mails mutmaßlich Rechtsextremer. Jetzt bekannten sich Täter zur Bombendrohung in einem Regionalexpress.

Am Montag wurde nach einer Bombendrohung der Bahnhof von Neumünster evakuiert. Jetzt bekannte sich die "Nationalsozialistische Offensive".
Am Montag wurde nach einer Bombendrohung der Bahnhof von Neumünster evakuiert. Jetzt bekannte sich die "Nationalsozialistische...Foto: Carsten Rehder/dpa

Nach der Bombendrohung in einem Regionalexpress in Schleswig-Holstein liegt der Bundespolizei ein Bekennerschreiben einer „Nationalsozialistischen Offensive“ vor. Das Schreiben zu dem Vorfall am Bahnhof Neumünster sei als Mail beim „Hamburger Abendblatt“ eingegangen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Mittwoch. Die Zeitung habe es am Dienstag an die Ermittler weitergeleitet. Es sei im Tenor so wie Schreiben nach einigen anderen Bombendrohungen gegen Rathäuser oder Gerichte im Norden in den vergangenen Wochen.

Die Bombendrohung hatte den Bahnverkehr am Montagabend für mehrere Stunden lahmgelegt. In der Zugtoilette eines Regionalexpress war am Bahnhof Neumünster der Schriftzug „Bombe im Zug“ entdeckt worden.

Seit Ende des Jahres 2018 registrieren die Ermittlungsbehörden eine bundesweite Serie von anonymen Drohmails aus dem sogenannten Darknet. Mittlerweile zählen die Behörden nach Informationen von NDR und "SZ" mehr als 100 solcher Fälle. Unterzeichnet sind diese Schreiben mit wechselnden Absendern wie "Nationalsozialistische Offensive", "NSU 2.0" oder schlicht "Wehrmacht".

Auch die Adressen, von denen die E-Mails verschickt wurden, wechseln sich ab. Die Wortwahl der Schreiben und die Empfänger weisen aber laut Ermittlern Ähnlichkeiten auf. Die Opfer werden jeweils persönlich angeschrieben, darunter sind Politiker, der Zentralrat der Juden und Künstler. Auch die Sängerin Helene Fischer, die sich nach den Ausschreitungen in Chemnitz gegen Fremdenfeindlichkeit äußerte, soll zu den Betroffenen zählen. (dpa)


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