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Rechter Terror : „Revolution Chemnitz“ hatte Zugriff auf 24.300 Daten von Linken und Punks

Rechte Hacker erbeuteten 2015 eine Liste mit Namen und Adressen der Antifa-Szene. Zugriff bekam auch die Terrorgruppe „Revolution Chemnitz“.

Ein mutmaßlicher Rechtsterrorist der Gruppierung „Revolution Chemnitz“ wird abgeführt.
Ein mutmaßlicher Rechtsterrorist der Gruppierung „Revolution Chemnitz“ wird abgeführt.Foto: Christoph Schmidt/dpa

Die rechtsextreme Terrorgruppe „Revolution Chemnitz“ konnte auf eine große Menge Daten zu Linken und Punks zugreifen. Fünf der acht inhaftierten Neonazis, die von der Bundesanwaltschaft wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung angeklagt sind, hätten über eine rechte Chatgruppe Einblick in eine Liste mit 24 300 Namen und Adressen gehabt, sagten Sicherheitskreise dem Tagesspiegel.

Die Liste habe einer der fünf Rechtsextremisten mit dem Stichwort „Mitglieder der Antifa“ präsentiert. Die Antifa-Szene zählte zu den zentralen Feindbildern der 2018 aufgeflogenen Terrorgruppe und wurde intern als „Linksparasiten“ geschmäht.

Die Daten hatten rechte Hacker 2015 bei einer Attacke auf einen linksalternativen Online-Versandhandel erbeutet, der Kleidung und weitere Utensilien verkauft, darunter Antifa-Aufnäher und Aufkleber gegen Rassismus und die AfD. Dass die Liste bei Rechtsextremisten kursiere, bedeute für die betroffenen Linken und Punks eine „Steigerung des abstrakten Gefährdungsrisikos“, hieß es in Sicherheitskreisen.

„Revolution Chemnitz“ wollte Maschinenpistole beschaffen

An der rechten Chatgruppe waren außer den fünf mutmaßlichen Mitgliedern von Revolution Chemnitz mehr als 340 weitere Neonazis aus zehn Bundesländern beteiligt. Konkrete Pläne für Angriffe von Revolution Chemnitz auf Personen der Liste seien nicht bekannt, sagten Sicherheitskreise.

Die Bundesanwaltschaft hält den acht mutmaßlichen Mitgliedern der sächsischen Terrorgruppe vor, sie hätten am 3. Oktober 2018 in Berlin bei den Feierlichkeiten zum Tag der Einheit Anschläge verüben wollen, um einen Bürgerkrieg zu entfachen.

„Revolution Chemnitz“ soll versucht haben, eine Maschinenpistole und weitere Waffen zu beschaffen. Nach Erkenntnissen der Ermittler wollte die Terrorgruppe den NSU übertreffen, der zehn Menschen ermordet und drei Sprengstoffanschläge verübt hatte.  Die Polizei konnte mit der Festnahme der acht mutmaßlichen Mitglieder von Revolution Chemnitz im September und Anfang Oktober 2018 offenbar den Beginn einer Serie terroristischer Aktionen verhindern.

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