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Rumänische Staatsangehörige stehen vor dem rumänischen Konsulat in München, um ihre Stimme für die Europawahl abzugeben.

© Carsten Hoefer/dpa

Tumultartige Szenen: Rumänische Wahllokale in Deutschland überlastet

Lange Schlangen, lange Wartezeiten - für in Deutschland lebende Rumänen wurde die Europawahl vielerorts zur Tortur. Und mancher stand am Ende sogar vergeblich an.

Das EU-Land Rumänien hat erhebliche Probleme gehabt, die Europawahl in Deutschland für seine hier lebenden Landsleute zu organisieren. So mussten am Sonntag unter anderem in München, Nürnberg, Offenbach, Ulm und Bochum Tausende Menschen lange vor Wahllokalen warten.

In Offenbach kam es Polizeiangaben zufolge zu tumultartigen Szenen, als rund 4000 Menschen, darunter viele mitangereiste Kinder und Angehörige von Wählern, in praller Sonne vor dem Gebäude ausharren mussten. Auch in Ulm, Nürnberg, München und Bochum warteten nach Polizeiangaben Tausende in Warteschlangen auf die Stimmabgabe. In Offenbach standen den rund 1000 Wählern nur sechs Wahlkabinen zur Verfügung. Der Wahlleiter hatte am Nachmittag die Leitstelle alarmiert, weil die Lage zu eskalieren drohte.

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Ähnlich war die Situation auch vor dem rumänischen Generalkonsulat in München. Dort standen am Nachmittag ebenfalls Tausende von Wählern an. Einige hatten Sorge, ihre Stimme nicht mehr abgeben zu können. Viele kritisierten, es gebe zu wenige Wahlurnen. Schließlich wurde sogar die Bereitschaftspolizei eingesetzt. Sie sicherte das Gelände des Generalkonsulats ab. Rund 200 Wahlwillige warteten dort am Sonntagabend nach der eigentlich für 21.00 Uhr geplanten Schließung der Wahllokale. Diese Menschen sollten noch ihre Stimme abgeben dürfen, sagte die Einsatzleiterin. Die Stimmung war friedlich.

500 Menschen nach Hause geschickt

In Ulm beendete der rumänische Wahlleiter dagegen pünktlich um 21 Uhr die Wahl und schickte die noch wartenden 500 Menschen per Megafon nach Hause. Die Menge zerstreute sich friedlich, wie die Polizei mitteilte. Sie hatte zuvor befürchtet, dass es zu Unruhen kommen könnte. Ein Sprecher der Polizei Ulm sagte, es handele sich um keinen Einzelfall. Rumänien - eines der ärmsten EU-Länder - habe nicht genügend Wahlurnen für seine Bürger in Deutschland bereitgestellt. Die Lage in Ulm sei auch schon bei der Europawahl 2014 brisant gewesen.

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In Nürnberg warteten bis in den Abend Hunderte Menschen. Es gebe Unmut, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken. Gereizt war die Stimmung nach Polizeiangaben auch in Bochum. In Deutschland lebende EU-Ausländer können entscheiden, ob sie ihre Stimme einer Partei ihres Gastlandes oder einer Partei ihres Herkunftslandes geben. Die Stimmabgabe für Parteien des Herkunftslandes erfolgt in den Botschaften oder in den eigens eingerichteten Wahlzentren. (dpa)

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