Terror in Neuseeland : Mutmaßlicher Attentäter des Mordes beschuldigt

Der 28-Jährige soll in Christchurch dutzende Menschen erschossen haben. Die neuseeländische Regierung plant indes eine Verschärfung der Waffengesetze.

Polizeistation in Christchurch
Polizeistation in ChristchurchFoto: AFP/MICHAEL BRADLEY

Nur einen Tag nach den Terroranschlägen auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch ist der 28-jährige Australier Brenton Tarrant offiziell des Mordes beschuldigt worden. Weitere Anschuldigungen würden folgen, teilte die neuseeländische Polizei am Samstag (Ortszeit) mit. Das Bezirksgericht von Christchurch habe die Entscheidung bei einer Anhörung am Samstag unter großen Sicherheitsvorkehrungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit gefällt.

Bei dem Doppelanschlag waren der Polizei zufolge am Freitag 49 Menschen getötet und 42 verletzt worden. Zwei Verletzte waren am Samstagmorgen (Ortszeit) noch in kritischem Zustand, darunter ein vierjähriges Kind. Die Polizei verstärkte die Maßnahmen zum Schutz muslimischer Veranstaltungen und rief die Bürger über Twitter auf, Verdächtiges sofort zu melden. „Es gibt keine Garantie, dass die Gefahr auf Canterbury begrenzt ist, und alle Neuseeländer müssen besonders wachsam sein“, hieß es.

Die neuseeländische Regierung will als Reaktion auf die Moschee-Anschläge die Waffengesetze verschärfen. Der Attentäter habe die fünf Tatwaffen legal erworben, nachdem er im November 2017 einen Waffenschein erhalten habe, sagte Premierministerin Jacinda Ardern. Zwar müssten die Umstände der Vergabe des Waffenscheins noch geprüft werden, sagte Ardern. "Aber eines kann ich jetzt schon sagen: Unsere Waffengesetze werden geändert."

Weiter sagte die Premierministerin: "Allein anhand der Tatsache, dass dieser Mensch einen Waffenschein bekam und Waffen dieses Kalibers kaufen konnte, werden viele Menschen Änderungen verlangen, und ich werde mich dafür einsetzen." Bei dem Anschlag kamen auch zwei halbautomatische Waffen zum Einsatz, mit denen Schützen besonders schnell viele Menschen töten können. Premierministerin Ardern sagte, sie werde prüfen, solche Waffen ganz verbieten zu lassen.

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Ardern bestätigte zudem, dass der Attentäter bislang nicht im Visier der neuseeländischen Sicherheitsbehörden gewesen sei, obwohl er sich im Internet extremistisch geäußert hatte. Es werde geprüft, ob der Mann den Behörden früher hätte auffallen müssen, sagte Ardern. In Neuseeland kann jeder Bürger über 16 Jahren einen Waffenschein erhalten, wenn er zuvor einen Sicherheitskurs durchlaufen hat. Mit dem Schein können dann rechtmäßig Waffen erworben werden. (dpa, AFP)

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