Umfrage für den Tagesspiegel : Immer weniger Berliner fühlen sich in ihrer Stadt sicher

Das Sicherheitsempfinden der Berliner ist im Vorjahresvergleich stark gesunken. Eine Civey-Umfrage offenbart große Unterschiede bei Männern und Frauen – sowie Anhängern von Grünen und AfD.

Eine U-Bahn fährt in den Berliner U-Bahnhof Schönleinstraße ein.
Eine U-Bahn fährt in den Berliner U-Bahnhof Schönleinstraße ein.Foto: Paul Zinken/dpa

Immer weniger Menschen fühlen sich in Berlin sicher, das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Berlin-Monitor hervor, den der Tagesspiegel gemeinsam mit dem Umfrageinstitut Civey erstellt.

Demnach fühlten sich zuletzt insgesamt 56,6 Prozent der Befragten sicher in der Stadt. 12,5 Prozent fühlten sich sehr sicher, 44,1 Prozent eher sicher. Im März 2017 war das persönliche Sicherheitsempfinden dagegen deutlich höher: 65,1 Prozent der Befragten gaben damals an, sich sicher zu fühlen (sehr sicher: 14,6 Prozent; eher sicher: 50,5 Prozent). An der Umfrage selbst teilnehmen können Sie hier. Alle Umfragen zum Berlin-Monitor finden Sie hier.

Das Unsicherheitsempfinden steigt

Analog dazu fühlen sich laut der Umfrage immer mehr Menschen in Berlin unsicher. Demnach gaben zuletzt 42,5 Prozent der Befragten an, sich in Berlin eher unsicher oder sehr unsicher zu fühlen. Eher unsicher fühlen sich 26,9 Prozent, sehr unsicher fühlen sich 15,6 Prozent. Im März 2017 war das subjektive Empfinden noch deutlich besser: Unsicher fühlten sich damals laut der Umfrage insgesamt 33,9 Prozent. 25 Prozent fühlten sich eher unsicher, 8,9 Prozent sehr unsicher.

Große Unterschiede zwischen Männern und Frauen

Frauen und Männer erleben die Sicherheitslage in der Stadt ausgesprochen unterschiedlich. Insgesamt 61,6 Prozent der Männer fühlen sich sehr sicher oder eher sicher. Unter den Frauen sind es nur 50,5 Prozent. Unsicher fühlen sich dagegen 47,1 Prozent der Frauen, bei den Männern sind es nur 37,9 Prozent.

Je jünger, desto sicherer

Je jünger die Befragten, desto sicherer fühlen sie sich. Jeder fünfte unter den 18-29-Jährigen gibt an, sich sehr sicher zu fühlen. Unter den 50-64-Jährigen war dies nur knapp jeder zehnte. Unter den Befragten über 65 waren es nur 7,6 Prozent.

AfD-Anhänger sehr unsicher, SPD-Anhänger sehr sicher

Abhängig von der politischen Präferenz unterscheidet sich die empfundene Unsicherheit bemerkenswert deutlich. So fühlen sich acht von zehn AfD-Anhängern in Berlin nicht sicher. Mit 46,3 Prozent fast jeder zweite fühlt sich sehr unsicher, 36,9 Prozent fühlen sich eher unsicher.

Bei Anhängern der SPD zeigt sich ein nahezu gegenteiliges Bild. 84,6 Prozent fühlen sich demnach in der Stadt insgesamt sicher (20,8 Prozent sehr sicher, 63,8 Prozent eher sicher). Nur 15,4 Prozent fühlen sich bei den SPD-Sympathisanten
unsicher. Sympathisanten von SPD und Grünen geht es dabei ausgesprochen ähnlich.

Der Tagesspiegel kooperiert mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey. Mehr Informationen zu Civey finden Sie hier.

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