Video von "Hetzjagd" in Chemnitz : Generalstaatsanwaltschaft Dresden widerspricht Maaßen

Der Verfassungsschutzchef zweifelt an der Echtheit eines Videos von Angriffen auf Ausländer in Chemnitz. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden sieht das anders.

Demonstranten der rechten Szene zünden am 27. August 2018 in Chemnitz Pyrotechnik und schwenken Deutschlandfahnen. Nach einem Streit war in der Nacht zu Sonntag in der Innenstadt von Chemnitz ein 35-jähriger Mann erstochen worden. Die Tat war Anlass für spontane Demonstrationen, bei denen es auch zu Jagdszenen und Gewaltausbrüchen kam.
Demonstranten der rechten Szene zünden am 27. August 2018 in Chemnitz Pyrotechnik und schwenken Deutschlandfahnen. Nach einem...Foto: Jan Woitas/dpa

Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden widerspricht in der Diskussion um ein Video aus Chemnitz, das Übergriffe auf Menschen mit Migrationshintergrund zeigen soll, Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen. "Wir haben keine Anhaltspunkte dafür, dass das Video ein Fake sein könnte", sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Klein "Zeit Online". Daher werde es für Ermittlungen genutzt.

Maaßen hatte zuvor Zweifel geäußert. "Es liegen keine Belege dafür vor, dass das im Internet kursierende Video zu diesem angeblichen Vorfall authentisch ist", sagte Maaßen der "Bild"-Zeitung vom Freitag. Oberstaatsanwalt Klein zufolge gibt es keinen Kontakt zu Maaßen. Daher wisse man nicht aufgrund welcher Informationen er zu seinen Schlussfolgerungen gekommen sein könnte. Der Verfassungsschutz prüft indes weiter, ob es in Chemnitz nach der Tötung eines Deutschen zu "Hetzjagden" gegen Ausländer gekommen ist.

Maaßen wurde für seine Äußerungen zu den Ausschreitungen in Chemnitz heftig kritisiert. Aus den Parteien wurde er aufgefordert, Beweise für seine Aussage vorzulegen. Auch Rücktrittsforderungen wurden laut.

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Nach der Tötung eines Deutschen vor knapp zwei Wochen war es in Chemnitz zu Aufmärschen rechter Gruppen gekommen. Wegen der Tat sitzen zwei Asylbewerber in Untersuchungshaft. Nach einem dritten Tatverdächtigen, einem Iraker, wird gefahndet. (Reuters)

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