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Preisschilder für Lebensmittel während der Inflation nach 1923.

© Getty Images/Roger Viollet/Albert Harlingue

Tagesspiegel Plus

Wie viel Weimarer Republik steckt im Jahr 2026?: Zwei Historiker im Streitgespräch

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verglich in einer Ansprache die AfD indirekt mit der NSDAP. Kann sich Geschichte wiederholen? Die Historikerin Hedwig Richter und ihr Kollege Dominik Rigoll diskutieren.

Von Andreas Austilat

Stand:

Frau Richter, Herr Rigoll, 1930 zerbrach das Bündnis unter SPD-Reichskanzler Hermann Müller an der Erhöhung der Arbeitslosenversicherung um 0,5 Prozent. Es folgten drei Minderheitsregierungen und das Ende der Weimarer Republik binnen drei Jahren. Wie viel Weimar erleben wir heute?
RIGOLL: Von 1930 an hatten die Parteien, die sich mit der Weimarer Republik identifizierten, immer weniger eine eigene Mehrheit. Parteien wie die nationalistische Deutschnationale Volkspartei (DNVP) machten dann nicht mehr mit, und natürlich gab es die Nazis, die im September 1930 auf über 18 Prozent kamen. Die Situation heute ist insofern vergleichbar, als es immer schwerer wird, tragbare Mehrheiten gegen die rechte Opposition zu finden.

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