
© Winfried Mausolf
Sport: „Absoluter Oberkracher“
Die Judoka des UJKC Potsdam setzten sich im Derby gegen Frankfurt durch – bleiben aber Dritter
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Da wurde dann auch ein erfahrener Athlet wie Robert Zimmermann geradezu euphorisch. „Das war der absolute Oberkracher“, sagte der Judoka des UJKC Potsdam mit Blick auf das Landesderby beim JC Frankfurt (Oder) am Samstag. Die Gastgeber konnten zwar ihre Führungsposition in der Ersten Männer-Bundesliga behaupten, doch die Potsdamer verpassten ihnen zum dritten Mal in Folge eine Niederlage. Diesmal musste sich das Team mit 6:8 (55:62) geschlagen geben. Da sich das Hamburger Judo-Team gleichzeitig beim JC 66 Bottrop aber mit 4:9 durchsetzte, bleibt der UJKC vorerst auf dem dritten Tabellenplatz hinter Frankfurt und Hamburg.
Nun ist die Konzentration voll auf den letzten Heim- und Saisonkampf am 13. Juli gerichtet. Dann empfängt der UJKC den JC Bottrop und will sein volles Aufgebot in den Kampf schicken. Mit einem Sieg wäre der Platz an der Tabellenspitze wieder greifbar nahe. Allerdings kommt es auf die Unterpunkte an und bei denen liegen die Frankfurter derzeit vor Potsdam. Als Tabellen-Erster dürften die Potsdamer die Finalrunde austragen – ein Highlight, das in der MBS-Arena stattfinden würde.
In Frankfurt überzeugte indes einmal mehr Robert Zimmermann in der Gewichtsklasse über 100 Kilogramm. Nach gut vier Minuten hatte er Thomas Pille bezwungen, musste wegen des Regelwerks in der Rückrunde jedoch ausgewechselt werden. Für ihn kam Paul Elm, der gegen den international erfahrenen Evgenijs Borodavko nur eine geringe Chance hatte. „Er hat seine Sache dennoch gut gemacht und einen guten Kampf geboten“, urteilte Zimmermann, der Mitte Juli einen Grand Slam in Moskau bestreiten wird. „Er muss noch Erfahrung sammeln.“
Beim Derby in Frankfurt überzeugten aber auch die weiteren Punktegaranten im Potsdamer Team. Robert Kopiske entschied in der Klasse bis 66 kg seine beiden Kämpfe für sich, und auch Igor Wandtke in der Klasse bis 73 kg konnte sich zweimal durchsetzen. Yanislav Gerchev gewann den Kampf in der „60“ gegen Danny-Paul Kiel und in der 81er-Klasse musste sogar das Potsdamer Judo-Urgestein Mario Schendel, der sonst als Co-Trainer tätig ist, noch einmal selbst auf die Matte. Da musste er eine Niederlage einstecken. „Vielleicht ist der Zeitpunkt des Wechsels inzwischen doch wirklich gekommen“, sagte Olympiasiegerin Yvonne Bönisch, die als Cheftrainerin für das Bundesligateam des UJKC zuständig ist. Ein Schwachpunkt scheint in diesem Jahr die Klasse bis 100 kg zu sein. Sowohl Dirk Lehmann als auch Maximilian Schubert waren in beiden Kämpfen chancenlos. Für die Oderstädter, die aufgrund des knapp besseren Kampfverhältnisses weiter Spitzenreiter vor dem punktgleichen Hamburger JT und Potsdam (alle 6:2) bleiben, war es am vierten Kampftag die erste Niederlage in dieser Saison.
Einige Kämpfer der Potsdamer Mannschaft gönnten sich gestern indes keine Ruhe. Beim Stadtwerkefest hatten sie einen eigenen Stand des Sponsors EWP und boten Interessenten ein Judo-ABC für Anfänger an. „Auch eine schöne Möglichkeit, unseren Sport anderen näherzubringen“, sagte Schwergewicht Zimmermann.
Henner Mallwitz
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