Landeshauptstadt: Bombensuche „wohl noch jahrelang“
Zum heutigen 66. Jahrestag der Bombardierung Potsdams hat die Stadtverwaltung keine Erkenntnisse darüber, welche Flächen in Potsdam bereits nach verirrten Fliegerbomben des Angriffs untersucht worden sind.
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Zum heutigen 66. Jahrestag der Bombardierung Potsdams hat die Stadtverwaltung keine Erkenntnisse darüber, welche Flächen in Potsdam bereits nach verirrten Fliegerbomben des Angriffs untersucht worden sind. „Eine flächenbezogene Statistik existiert dazu nicht“, teilte gestern Stadtsprecherin Rita Haack mit – zwei Tage nach einer entsprechenden PNN-Anfrage. Sie verwies auf den Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) des Landes, der für die systematische Bombensuche verantwortlich sei. Daher könne die Stadtverwaltung auch nicht abschätzen, wann das Gebiet in Potsdam, in dem noch Bomben liegen könnten, endgültig abgesucht sei. Dies werde sich „noch jahrelang hinziehen“, so Haack. Dies hänge auch von der Landesfinanzierung für den KMBD ab.
Seit 2007 wird in Potsdam systematisch nach Bomben gesucht. Damals hieß es, unter anderem würden die Areale von Kitas sowie Schulen „prioritär“ untersucht. Zwischendurch wurde auch der Potsdamer Forst von Suchtrupps durchkämmt. Insofern hatte es vergangene Woche zu Irritationen geführt, dass erst jetzt unter dem Schulhof der Lenné-Gesamtschule eine Bombe gefunden wurde. Haack mochte das nicht weiter aufklären. Sie erklärte, die Abstimmung zur Bombensuche würden zwischen KMBD und Rathaus erfolgen: „Die Absuche auf dem Gelände der Lenné-Schule wurde aufgrund von Baumaßnahmen geplant und durchgeführt.“
In der Nacht vom 14. auf den 15. April 1945 zerstörten englische Bomber bei einem Angriff große Teile der Potsdamer Innenstadt. 1593 Menschen kamen dabei ums Leben, darunter auch nach Deutschland verschleppte Zwangsarbeiter. Für diese findet heute ab 10 Uhr eine Gedenkveranstaltung mit der Historikerin Dr. Almuth Püschel auf dem Goethe-Friedhof in Babelsberg statt. HK/gb
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