Aus dem GERICHTSSAAL: Ex-Freundin körperlich misshandelt Wut als Motiv/Geldstrafe und Schmerzensgeld
Am linken Daumen von Caroline C.* (22) war der Knochen gesplittert.
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Am linken Daumen von Caroline C.* (22) war der Knochen gesplittert. Sie hatte eine Beule am Kopf und blaue Flecken auf dem Oberschenkel. Drei Wochen lang trug sie die Hand in Gips, drei weitere Wochen Rehabilitation schlossen sich an. Jetzt wurde ihr Peiniger Mark M.* (30) wegen Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung zu einer Geldstrafe von 2100 Euro verurteilt. Im Rahmen eines Vergleichs verpflichtete er sich, 600 Euro Schmerzensgeld an Caroline C. zu zahlen.
Die körperlichen Beschwerden sind vergangen, die seelischen Wunden noch immer spürbar. „Ich hatte echt Angst, dass Mark wirklich mit mir in den Wald fährt und mich umbringt“, erzählt die Altenpflegerin, die im Prozess gegen ihren Ex-Freund als Nebenklägerin auftritt. Anschauen kann sie ihn offenbar nicht. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt den Potsdamer, die junge Frau am 8. März 2008 am Telefon mit Ausdrücken weit unter der Gürtellinie belegt und ihr angedroht zu haben, sie „totzumachen“. Am 29. März – so die Anklage – habe Mark M. sie ergriffen, mit der Faust auf Kopf und Oberschenkel geschlagen, ihr danach brutal den Daumen verdreht.
„Wir waren drei Jahre zusammen. Dann musste ich ins Krankenhaus. Als ich wieder raus kam, habe ich erfahren, dass sie inzwischen mit meinem besten Freund rumgemacht hat“, berichtet der Kurierfahrer zu Verhandlungsbeginn. „Es gab dieses Telefonat. Und in meiner Wut werde ich die Worte, die mir vorgeworfen werden, auch gesagt haben. Ich wollte Caroline aber nicht umbringen.“ „Selbst wenn die Emotionen hochkochen, sollte man sich seine Wortwahl tunlichst überlegen“, rät Amtsrichterin Kerstin Nitsche dem Mann. Dann möchte sie wissen, wieso es – trotz einstweiliger Verfügung, sich von Caroline C. fernzuhalten - zu einem erneuten Übergriff kam. „Nachdem ich sie rausgeschmissen hatte, hat sie sich ganz in der Nähe eine neue Wohnung in der Waldstadt gesucht“, so der Angeklagte. Am 29. März sei sie ihm zufällig über den Weg gelaufen. „Da ist meine Wut wieder aufgeflammt.“ „Ich stand mit meinem neuen Freund zusammen. Da sprang er aus seinem Transporter und schlug auf mich ein“, erinnert sich Caroline C. Der Freund sei dazwischen gegangen. Dann seien sie zur Polizei gefahren. Das Ausmaß der Attacke habe sich erst am nächsten Tag gezeigt. „Mein Daumen war dick und rot. Ich konnte ihn nicht mehr bewegen.“ „Wollen Sie der Geschädigten noch etwas sagen?“, wendet sich die Richterin an den Angeklagten. „Die Verletzung am Daumen ist schon enorm.“ Mark M. – vorbestraft wegen verschiedener Verkehrsdelikte sowie gemeinschaftlicher Erpressung – antwortet lakonisch: „Nö!“ (*Namen geändert.) Hoga
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