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Sport: Experiment in chinesischer Höhenluft

Deutschlands Skullerinnen um Bundestrainerin Jutta Lau aus Potsdam fliegen heute ins Trainingslager Dali

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Hund und Schlange werden wohl nicht auf dem Speiseplan stehen, aber viele Kilometer im Ruderboot auf dem Trainingsplan. Heute fliegen Deutschlands Skullerinnen um Bundestrainerin Jutta Lau aus Potsdam nach China, wo sie in Dali ein gut zweiwöchiges Wärme- und Höhentrainingscamp beziehen. „Dali liegt in 2000 Metern Höhe kurz vor Tibet. Dort gibt es einen großen See, auf dem wir rudern werden“, berichtet Jutta Lau über die 1468 Quadratkilometer große 520 000-Einwohner-Stadt in der Provinz Yunnan, die sie im Oktober vergangenen Jahres besuchte, um sich die Bedingungen vor Ort anzuschauen. „Das ist absolutes Neuland und ein Experiment für uns. Wir werden erstmals im März in der Höhe trainieren.“

Für dieses Experiment vor den diesjährigen Weltmeisterschaften in München und den Olympischen Spielen 2008 in Peking nimmt die Bundestrainerin „alle gesunden und einsatzfähigen Skullerinnen“ mit, darunter von der Potsdamer Ruder- Gesellschaft Kathrin Boron, Stephanie Schiller, Christiane Huth, Jeannine Hennicke, Daniela Reimer, Juliane Domscheit und Anna-Theresa Kluchert. „Schön ist, dass ich diesmal auch eine große Crew aus Potsdam dabei habe“, sagt Jutta Lau. Die Medizinisch-Technische Assistentin Cordula Handrosch sowie die beiden Meßtechniker Harry Nolte und Volkmar Schmidt aus dem Seekrug, der Mediziner Dr. Dieter Lazik von der Potsdamer Uni und der Berliner Sportwissenschaftler Prof. Peter Schwanitz beispielsweise möchten die Ruderinnen in der chinesischen Höhe, in der derzeit plus 15 Grad herrschen, optimal betreuen.

„Wir wollen in Dali neue Reize setzen und werden fast ausschließlich rudern“, erklärt Jutta Lau, die das jetzige Trainingscamp selbst organisierte. Durch den Berlinern Bootskonstrukteur und Schiffsbauingenieur Klaus Filter – einst Direktor für Forschung und Entwicklung beim DDR-Ruderverband – wurde sie mit der chinesischen Bootswerft „Flying Eagle Boat Company“ aus Fu Yang nahe Shanghais bekannt, die sich Filters Dienste als Berater sicherte, als sein Wissen nach der politischen Wende in Deutschland nicht mehr gefragt war. „Die Werft, für deren Ruderboote ich mich interessiere, unterstützt uns nun vor Ort mit Booten und übernimmt auch einen Teil der Kosten“, so die Bundestrainerin.

China ist auch für Kathrin Boron Neuland; selbst die vierfache Olympiasiegerin und achtfache Weltmeisterin war noch nie im Reich der Mitte. „Deshalb sind wir auch alle ein bisschen aufgeregt, denn das wird kein normales Trainingslager“, sagt die 37-Jährige. Das Training für ihr zweites Comeback verlaufe planmäßig. „Alles ist im grünen Bereich.“ Gleiches erklärt Stephanie Schiller, in den vergangenen beiden Jahren Schlagfrau des deutschen Doppelvierers bei den Weltmeisterschaften, die erst kürzlich mit dem Skull-Team aus dem traditionellen Trainingslager Sevilla heimkehrte. „Wir sind schon alle gespannt“, gesteht die 20-jährige. „Auch auf das Essen.“ Kathrin Boron geht es ähnlich. „Vorm Essen haben wir ein bisschen Bammel. Aber wir sind in einem sehr guten Hotel untergebracht und hoffen dort auf internationale Küche.“

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