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Landeshauptstadt: Geplantes Flüchtlingsheim am Schlaatz

PBG gegen Ausländerbeirat, 19.2.

Stand:

PBG gegen Ausländerbeirat, 19.2. 2009

Der Streit zeigt, wie mühsam sich, trotz aller ehrenwerten Bemühungen vieler Potsdamer, die Zivilgesellschaft entwickelt. Es muss leider festgestellt werden, wie tief die Reflexe der Ausgrenzung, des gegeneinander Ausspielens in den Köpfen mancher sind. Man muss sich fragen, wieso sind die positiven Tugenden und humanistischen Werte so viel schwieriger im Unterbewusstsein vieler Menschen zu prägen als die negativen. Dass der PGB-Anwalt Martin Vogel diese heftigen Reaktionen nicht erwartet hat, beweist schon manches.

J. Gárate, Potsdam

„Wann kommen die Brandstifter?“

Die DVU hat verstanden, die Hakenkreuzschmierer sind schon da, wann kommen die Brandstifter? Es ist an der Zeit, dass die PBG sich unmissverständlich distanziert von dem braunen Dreck, den sie da mit ihren Zeitungsanzeigen aktiviert hat. Die PBG muss sich entschuldigen und klarstellen, dass Flüchtlinge unseren Schutz und unsere Toleranz brauchen, und dass Potsdam und das Wohnheim der Diakonie am Schlaatz dafür ein Vorbild sein sollten und auch können!

Georg Classen, Flüchtlingsrat Berlin

Hauptproblem: latenter Rassismus und Angst

Die PBG ist ein Wohnungsunternehmen, das natürlich kommerzielle Interessen hat. Die Bemerkung „lieber Farbe kaufen“ von Frau Kindelberger trifft den Falschen. Wir haben Probleme mit Rassismus in Deutschland und in Potsdam. Die PBG hat viel im Schlaatz investiert und riskiert, weil der Stadtteil immer noch einen schlechten Ruf hat. Es gibt noch eine Angst, die ein Großteil der Bevölkerung teilt: die vor der Wirtschaftskrise. Das Hauptproblem sind weder Flüchtlinge, noch PBG, auch nicht die Verwaltung, sondern der latente Rassismus in der Bevölkerung, gepaart mit der Angst vor dem Unbekannten. Ich hoffe, dass der Brief der PBG zu etwas führt: nämlich zu mehr Aufklärungsarbeit und Bekämpfung von Rassismus. Ich persönlich sehe keine Gefahr von den Bewohnern des Flüchtlingsheims ausgehen. Was mir aber Sorgen macht, ist dass das Heim gewaltbereite Hobbynazis anziehen könnte.

Maurice M., Potsdam, Schlaatz

Der Standort Schlaatz hilft weder den Migranten noch der Stadt

Der geplante Standort im Schlaatz (nahe der Waldstadt) ist alles andere als zentrumsnah. Zudem ist der Schlaatz das Wohnviertel mit dem höchsten Migrantenanteil.

Eine erfolgreiche Integration in die deutsche Gesellschaft ist nirgends so schwierig wie hier. Der Schlaatz hat sich in den letzten Jahren nur langsam und unvollständig von seinem Image als Problembezirk lösen können. Die geplante Ansiedlung wäre ein Image-Rückschritt. Fragwürdig ist, dass die Stadtverwaltung aus Kostengründen auf einen einzigen Standort beharrt, und sich gegen eine Verteilung auf mehrere Gebäude sperrt – wie es das Potsdamer Toleranzedikt fordert. Der Entstehung von Parallelgesellschaften wird so unnötig Vorschub geleistet. Dabei zeigt doch die jüngere europäische Geschichte, dass es gilt dies zu vermeiden.

Der Heimstandort Schlaatz hilft also weder den Migranten noch der Entwicklung Potsdams und ist daher nicht unterstützungswürdig. Bleibt zu hoffen, dass die Stadtverordneten dies bei ihrer anstehenden Entscheidung berücksichtigen.

Jana Doberenz, Potsdam

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