
© M. Burkart
Homepage: Lottes gelbe Tillandsie
Kluges Geschenk eines Pflanzenliebhabers
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Im Botanischen Garten der Universität Potsdam wird nicht nur geforscht. Die Besucher können auch zahlreiche exotische Pflanzen bewundern. In den PNN stellen Biologen einmal im Monat eine der Pflanzen vor.
Wer sich für Pflanzen interessiert, besitzt in der Regel einige Topfpflanzen oder einen kleinen Garten, in dem er Astern und Tomaten kultiviert. Mancher Pflanzenfreund nennt verschiedene Sorten von Kürbis oder Phlox sein Eigen, oder besitzt sogar einige Tillandsien – jene eigentümlichen Gewächse mit langen filzigweißen Blättern, die im Handel gern ohne jede Erde, an Holzstücken oder Steinen befestigt, angeboten werden. Eine durchaus sachgemäße Vorgehensweise übrigens, da diese Pflanzen Wasser und Nährstoffe direkt über die Blätter aufnehmen. Die Wurzeln dienen nur zum Festhalten. Zur Pflege benötigt man also eine Blumenspritze, um die Blätter zu besprühen. Oder man taucht sie gelegentlich unter, am besten in Regenwasser.
Zu den ausgesprochenen Tillandsien- Liebhabern sind diejenigen zu zählen, die ihrer Pflanzensammlung einen erheblichen Teil ihrer Zeit widmen. Dazu kommt es zwangsläufig ab einer gewissen Größe der Kollektion. Unter den über 500 bisher bekannten Arten gibt es viele Dutzend attraktive Vertreter. Wer sich bereits für derartige Angebote in Spezialgärtnereien interessiert, womöglich auch schon in Gewächshaustechnik investiert hat, von den Beschaffungskosten der Pflanzen einmal ganz abgesehen, könnte ein Problem bekommen: Gemahl oder Gattin, sofern vorhanden, könnten Widerstand gegen das Hobby entwickeln.
Man sollte daher klug und vorausschauend agieren und die Angehörigen rechtzeitig selbst für die geliebten Pflänzchen begeistern. Manche Tillandsien sind so klein, dass sie sich zusammen mit ihrer Unterlage für einen Abend als aparte Brosche an Revers oder Bluse befestigen lassen. Dies könnte Ehemann oder -frau milde stimmen.
Der Pflanzenliebhaber Helmut Hromadnik war in dieser Hinsicht offenbar erfolgreich, denn seine Frau Liselotte ist ebenso wie er seit über 30 Jahren mit Haut und Haaren den Tillandsien verfallen. Auf ihrer dritten Südamerika-Reise entdeckten die beiden eine neue Art, die er wissenschaftlich beschrieb und ihr zu Ehren Tillandsia lotteae nannte, also „Lottes Tillandsie“. Seitdem beschrieb die so Beschenkte selber fast zwei Dutzend Tillandsien neu für die Wissenschaft, darunter auch Tillandsia helmutii, als Helmuts Tillandsie.
Lottes Tillandsie trägt wunderschöne goldgelbe, fingerdicke Blütenähren über ihrem dekorativ silbergrauen Laub. Aus der Nähe zu betrachten sind diese Pflanzen im Orchideenhaus des Potsdamer Botanischen Gartens. Liebhaber sollten jedoch nicht versäumen, ihre nahen Familienmitglieder mitzubringen, um sie rechtzeitig mit ihrer Begeisterung für ihr besonderes Hobby anzustecken. Michael Burkart
Der Botanische Garten der Universität Potsdam in der Maulbeerallee 2 ist bis zum 30. September täglich von 9.30 bis 17 Uhr geöffnet. Im Winterhalbjahr ab 1. Oktober schließt er bereits um 16 Uhr.
Michael Burkart
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