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Jörg Steinbach (SPD) ist seit 2019 Minister für Wirtschaft und Arbeit von Brandenburg.
© Soeren Stache/dpa

Serie | Herzlichen Glückwunsch, PNN!: "Manchmal anstrengend"

Die Potsdamer Neuesten Nachrichten feiern ihr 70-jähriges Bestehen. Hier gratuliert Jörg Steinbach (SPD), Minister für Wirtschaft, Arbeit und Energie des Landes Brandenburg, zum Jubiläum.

"Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“ So ist es im Artikel fünf des Grundgesetzes festgeschrieben. Die freie Presse ist in unserer Gesellschaft ein wichtiges Gut. Sie ist elementarer Bestandteil unserer Demokratie. Denn sie erfüllt die zentrale Aufgabe, Bürgerinnen und Bürger unabhängig von Staat, Parteien und diversen Interessenvertretern umfassend zu informieren und damit zur freien Meinungsbildung beizutragen.

Die Potsdamer Neuesten Nachrichten erfüllen diese Aufgabe hervorragend. Bei den PNN sind Journalisten am Werk, die ihr Handwerk verstehen und Sachverhalte von verschiedenen Seiten beleuchten. Das sind engagierte Frauen und Männer, die einerseits schnell sind – und das ist in der heutigen Zeit, in der sich Nachrichten online in Windeseile verbreiten, von großer Bedeutung. Bei den PNN wird aber nach wie vor auch das journalistische Gebot der gründlichen Recherche hochgehalten, bevor ein Artikel veröffentlicht wird. Und das ist – leider – nicht mehr bei allen Medien gängige Praxis.

Die PNN haben ihr Ohr am Puls der Zeit, sind nah bei den Bürgerinnen und Bürgern, wissen, wo ihnen der Schuh drückt. Sie stehen aber auch den Politikerinnen und Politikern auf den Füßen, bohren nach, geben sich nicht mit Phrasen zufrieden. Sicher, für einen Minister kann das bisweilen auch mal lästig sein. Der Journalist, der immer noch mehr erfahren will, das ist manchmal anstrengend. Aber es ist für die Vermittlung politischer Prozesse auch wichtig. Mit ihrer Berichterstattung und mit ihrer Kommentierung stellt die Presse die Politik auf den Prüfstein. Das trägt dazu bei, dass auch ich persönlich die eine oder andere Entscheidung durchaus noch einmal kritisch hinterfrage.

In Zeiten, in denen über die Sozialen Medien so manche Fake News verbreitet werden, in denen sich im Internet Menschen mit Halbwissen aufschwingen, die Welt erklären zu wollen, ist unabhängiger Journalismus wichtiger denn je. Qualitätsmedien wie die PNN haben es aber auch schwerer denn je. In Zeiten von Corona, in denen Geschäfte im Lockdown geschlossen bleiben und der Zeitung dadurch wichtige Anzeigenkunden wegbrechen, kämpfen Medien ums Überleben. Auch bei den PNN hat es ja schmerzliche Einschnitte gegeben.

Doch glücklicherweise leben wir in Brandenburg in einem Land, in dem es immer noch gelebte Medienvielfalt gibt. Ich wünsche mir, dass das so bleibt und dass die PNN im Orchester der märkischen Medien weiterhin eine der ersten Geigen spielen – und dass sie auch künftig mit dem einen oder anderen Solostück auf sich aufmerksam machen.

Alles Gute!

Jörg Steinbach

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