
© Andreas Klaer/Andreas Klaer
Mutmaßliche Kugelbombe explodiert: Potsdamer Kind durch Böller schwer verletzt – Hand „weggesprengt“
Am Neujahrstag ist ein Junge durch einen wohl illegalen Böller in Potsdam schwer verletzt worden. Am Freitag gab die Polizei weitere Details bekannt.
Stand:
Die Silvesternacht lief in Potsdam zwar relativ glimpflich ab, aber am Nachmittag des Neujahrstages ereignete sich ein dramatischer Unfall: Im Stadtteil Am Stern wurde ein Kind mutmaßlich durch eine illegale Kugelbombe schwer verletzt. Der zwölf Jahre alte Junge kam per Rettungshubschrauber ins Unfallkrankenhaus Berlin (UKB).
Eine Hand sei „weggesprengt“ worden und der Junge habe am gesamten Körper mehrere Verletzungen erlitten, wie es typisch für eine Kugelbombe ist, hatte eine Sprecherin am Donnerstag auf Tagesspiegel-Anfrage mitgeteilt. Nun gab die Brandenburger Polizei weitere Details zu dem Vorfall bekannt.
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Der Vorfall ereignete sich demnach gegen 15.50 Uhr auf dem Sportplatzgelände in der Ziolkowskistraße. Wie die Polizei auf Anfrage dieser Redaktion mitteilte, sollen zwei Kinder im Alter von zwölf und 13 Jahren hinter einem Fußballtor einen apfelsinengroßen Gegenstand gefunden haben. Offenbar zündete der Zwölfjährige den Gegenstand an, wodurch der mutmaßlich illegale Böller unmittelbar detonierte. Der Junge erlitt schwere Verletzungen im Gesicht und an der Hand.

© dpa/Sebastian Kahnert
Ermittlungen wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz
Personen im nahegelegenen Sportlerheim hörten die Explosion, eilten zum Sportplatz, kümmerten sich um beide Kinder und leiteten Erste-Hilfe-Maßnahmen ein. Kurz darauf übernahmen die alarmierten Rettungskräfte, ehe der Zwölfjährige ins UKB geflogen wurde. Der 13-Jährige blieb den Polizeiangaben zufolge körperlich unverletzt.
Die Kriminalpolizei suchte die Umgebung nach Spuren ab und befragte Zeugen. Die Einsatzkräfte stellten Fragmente eines pyrotechnischen Knallkörpers sicher. Die Art und der ursprüngliche Umfang des Böllers konnten noch nicht festgestellt werden. Ermittlungen wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz wurden eingeleitet.
Kugelbomben oder auch Feuerwerkskugeln enthalten verschiedene pyrotechnische Mischungen und können mehrere Kilogramm wiegen. Wegen der großen Menge an Explosivmasse und ihrer komplexen Funktionsweise sind die Kugeln in Deutschland nicht für den Allgemeingebrauch, sondern ausschließlich für staatlich geprüfte Pyrotechniker zugelassen. Der Name leitet sich von der kugelförmigen Form ab. Die mit den pyrotechnischen Mischungen gefüllte Hülle erzeugt bei der Explosion Lichteffekte am Himmel. (mit dpa)
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