Landeshauptstadt: Neuer Streit um Klemund Sportverein gegen möglichen Luftschiffhafen-Chef
Der Streit um den SPD–Stadtverordneten Andreas Klemund und seine Bewerbung als Geschäftsführer für die Luftschiffhafen GmbH weitet sich auf die Potsdamer Sportszene aus. Mit dem Potsdamer Schwimmverein (PSV) im Olympischen Sportclub Potsdam (OSC) warnt einer der größten Nutzer des Luftschiffhafens davor, Klemund zu berufen.
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Der Streit um den SPD–Stadtverordneten Andreas Klemund und seine Bewerbung als Geschäftsführer für die Luftschiffhafen GmbH weitet sich auf die Potsdamer Sportszene aus. Mit dem Potsdamer Schwimmverein (PSV) im Olympischen Sportclub Potsdam (OSC) warnt einer der größten Nutzer des Luftschiffhafens davor, Klemund zu berufen. Klemund ist bereits seit vergangenem Sommer Leiter des Olympiastützpunkts (OSP) am Areal in der Zeppelinstraße. Diese Stelle würde er mit dem Chefposten der Luftschiffhafen GmbH kombinieren – wenn die Stadtverordneten diesem Vorschlag am kommenden Mittwoch zustimmen.
An die Stadtpolitiker hat sich nun aber PSV-Chef Jens Ullmann mit einem Brief gewandt. „In Anbetracht der Erfahrungen, die wir mit Herrn Klemund in seiner noch kurzen Amtszeit als Leiter des Olympiastützpunkts gemacht haben, möchten wir unserer tiefsten Besorgnis Ausdruck verleihen, dass diese für den Leistungssport kritische Funktion mit einer Persönlichkeit vom Format eines Herrn Klemund besetzt wird“, so Ullmann in dem Schreiben, das den PNN vorliegt. Unter anderem wird Klemund darin vorgeworfen, einzelne Vereine, Trainer und Aktive bei der Sportstättennutzung zu diskriminieren. Auch gäbe es „keinerlei Kommunikation“ zur Entwicklung des Stützpunkts.
Der Brief dürfte den Streit um Klemund weiter anheizen. Die Linke hat – ohne den Kandidaten selbst zu sprechen – ihre Ablehnung bereits angekündigt. „Ich hoffe, dass diese Wortmeldung einige Stadtverordnete dazu anregt, vor ihrer Entscheidung noch einmal nachzudenken“, sagte gestern Linke-Chef Hans-Jürgen Scharfenberg. Auch in der Stadtkoalition aus SPD, CDU/ANW, Bündnis90/Grüne und FDP/Familienpartei sollen Zweifel an Klemunds Eignung bestehen. Die Luftschiffhafen GmbH ist eine Tochter der kommunalen Pro Potsdam, ihr neuer Chef soll das Sportgelände in den kommenden Jahren mit Millionenbeträgen entwickeln. In einer Ausschreibung hatte sich Klemund gegen knapp 20 andere Bewerber durchgesetzt. Kritiker hatten bemängelt, dass Verfahren sei auf den SPD-Mann zugeschnitten gewesen, schon zuvor galt er als Kandidat für den Posten.
Für Klemund fanden sich gestern aber auch Unterstützer. So stellte sich der vom brandenburgischen SPD–Finanzminister Rainer Speer geführte OSC als Dachverein über dem PSV demonstrativ vor Klemund. „Wir halten an ihm fest“, sagte OSC-Vizepräsident Andreas Gerlach und kündigte ein entsprechendes Schreiben an die Stadtverordneten an. Der Beirat der Luftschiffhafen GmbH aus allen beteiligten Vereinen habe die Berufung Klemunds bereits einstimmig unterstützt. Von dem Schreiben habe der OSC als Dachverein des PSV überdies nichts gewusst, sagte Gerlach: „Es ist offenbar aus einer Situation heraus entstanden, in der die Schwimmer nicht alle Wünsche zur Hallennutzung erfüllt bekommen konnten.“ Die vorgenommene Personifizierung von Problemen mit Klemund sei jedoch nicht sachlich „und auch nicht gerecht“, so Gerlach.
Auch Klemund selber wies die PSV-Kritik zurück, Vorwürfe wie Diskriminierung seien „Unfug“. Klemund weiter:„Solange ich das Vertrauen der Verantwortlichen am Luftschiffhafen besitze, werde ich mich von meinem Vorhaben nicht abbringen lassen.“ Henri Kramer
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