Landeshauptstadt: Noch nicht wohl gefühlt
Wellness-Event im Krongut hatte kaum Besucher
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Wellness-Event im Krongut hatte kaum Besucher Bornstedt - Kaiserwetter kann auch ein Fluch sein. Das musste Veranstalter Lothar Gütter am Wochenende erfahren. Erstmals fand sein Wellness-Event „Königliches Wohlergehen“ im Krongut Bornstedt statt. Doch das Interesse der Besucher hielt sich arg in Grenzen. Ein Grund: die Hitze. „Vergangene Woche haben wir noch um Sonne gebetet, doch das ist zu viel des Guten“, stöhnte Gütter. Doch nicht nur die Hitze ließ die anvisierte Besucherzahl von 3500 pro Tag schnell Makulatur werden. Der offiziell als Barriere bezeichnete Eintrittspreis von 29 Euro – man wollte keine Massen durch das nach Feng Shui-Regeln entworfene Zeltdorf mit 100 Ausstellern aus dem Wellness- und alternativen Gesundheitsbereich ziehen lassen – schreckte zusätzlich ab. Dass im Preis Messungen des Blutfetts und -drucks oder des Sauerstoffanteils im roten Lebenssaft integriert waren, schien da auch nicht mehr zu ziehen. So zählte man bis zum Sonntagabend nur 1000 verkaufte Eintrittskarten. Und das auch nur, da man am Sonnabend ab 18 Uhr, gestern bereits ab 15 Uhr einen reduzierten Eintritt von zehn Euro nahm. Mit hochwertigen Angeboten rund um das Wohlbefinden warb Gütter, Geschäftsführer von Wellness-Events, im Vorfeld. Und sicherlich fanden sich diese Offerten wie Whirlpools, Massagestühle und erlesene Vital-Schmuckstücke. Auch Massagen und Klangtherapien wurden angeboten. Doch wunderten sich Besucher bei „Wohlfühlbetten“, bekannt aus Homeshopping-Kanälen, oder dem Truck eines Berliner Dudelradiosenders über die Diskrepanz zwischen beworbener Qualität einerseits und jenen Anbietern andererseits. „Sicherlich werden wir das nächste Mal noch genauer überprüfen, welche Aussteller ihre Angebote feil bieten dürfen.“ Wobei gleichfalls gesagt ist, dass Gütter an seiner Idee festhält. Bereits im September wird im sachsen-anhaltinischen Merseburg das Konzept erneut getestet. Mit Entgegenkommen der dortigen Stadtverwaltung, im Gegensatz zu Potsdam, betont Gütter. „Mit den Genehmigungen gerade für unser Abend-Spektakel hatten wir es schwer.“ An beiden Tagen klang die Veranstaltung mit einer Laser-Sinfonie zu Ehren von Queen Mum aus – angelehnt an die Historie des Kronguts, das für die englische Kronprinzessin Victoria errichtet wurde. Allerdings mit verminderter Musiklautstärke, Anwohner hatten protestiert und am Abend trotz bereits heruntergeregelter Musik die Polizei alarmiert. Jedoch: Der Veranstalter würde eine Wiederauflage im Krongut wagen, „wenn es sich rechnet“. Während man nämlich woanders einen Stadtplatz kostenlos erhalte, sei die Krongut-Miete ein erheblicher Kostenfaktor, so Gütter. KG
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