Sport: Potsdamer Quartett in Poznan
Skull-Bundestrainerin Jutta Lau testet beim Auftakt des Ruder-Weltcups weiter für die Olympia-Flotte
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Skull-Bundestrainerin Jutta Lau testet beim Auftakt des Ruder-Weltcups weiter für die Olympia-Flotte Von Michael Meyer Dem ersten nationalen Kräftemessen folgt die erste internationale Nagelprobe der olympischen Saison: Am Wochenende startet die deutsche Ruderflotte auf dem Malta- Regattakurs von Poznan in die diesjährige Weltcup-Serie. „Dann werden wir anhand hochkarätiger Konkurrenz sehen, was unsere bisherigen Leistungen wert sind“, meint die Potsdamerin Jutta Lau, ihres Zeichens Bundestrainerin der deutschen Skullerinnen. Die bereiten sich seit vergangener Woche am Potsdamer Seekrug auf den Weltcup in Poznan vor. Morgen geht es vom Ufer des Templiner Sees nach Polen. Dort will Einer-Vizeweltmeisterin Katrin Rutschow-Stomporowski (Ruderclub am Wannsee), die seit vergangener Saison bei Jutta Lau in Potsdam trainiert, ihre gewachsene Leistungsstärke demonstrieren, denn: „Katrin will in diesem Jahr das olympische Finale für sich entscheiden“, so die Erfolgstrainerin. Was die bereits für ihre dritten Olympischen Spiele qualifizierte Berlinerin bestätigt: „In diesem Jahr will ich es packen!“ Ebenfalls im Soloboot werden Britta Oppelt (Berlin) und Marita Scholz (Ratzeburg) unter anderem von Weltmeisterin Rumyana Neykova (Bulgarien) auf Herz und Nieren getestet. Jutta Lau nutzt auch die mit insgesamt 19 gemeldeten Booten sehr starke Doppelzweier-Konkurrenz für weitere Erkenntnisse im Selektionsprozess für ihre Mannschaftsboote. Sie schickt drei Zweier auf die Strecke und verzichtet auf den Vierer. „Ich will über starke Doppelzweier-Kombinationen einen starken Doppelvierer finden“, erklärte sie dazu. Kathrin Boron von der Potsdamer RG, die das Ticket für ihre vierten Olympischen Spiele bereits gebucht hat, wird mit Meike Evers aus Ratzeburg die Rollsitze teilen. 1997 wurden beide zusammen schon einmal Doppelzweier-Weltmeisterinnen, nach Olympia 2000 pausierte Evers wegen ihrer Ausbildung bei der Kieler Polizei bis zum Sommer letzten Jahres, ehe sie erneut ins konsequente Training einstieg. „Ich bin wieder gut drauf“, erklärte die 26-jährige Kriminalkommissarin, die in Athen ein erfolgreiches Comeback feiern will. Ihre Potsdamer Partnerin, die auch Kadersprecherin der deutschen Skullerinnen ist, sieht Poznan optimistisch entgegen. „Das Boot läuft schon einigermaßen, aber es ist natürlich noch viel zu tun“, meinte „Boroni“ nach den ersten gemeinsamen Trainingsfahrten nach langer, langer Zeit. „Das wird am Wochenende interessant.“ Gleiches glaubt Kerstin El-Qalqili von der PRG, die am Wochenende mit der Dresdnerin Peggy Waleska im Doppelzweier rudert. „Ich fühle mich körperlich fit, und im Training klappt es bisher auch“, berichtete sie. „Wenn wir beide noch besser harmonieren, kann das Boot sehr schnell sein.“ Und ihre Potsdamer Klubkameradin Christiane Huth wil mit Manuela Lutze (Magdeburg), mit der sie in Poznan erstmals eine Regatta bestreitet, „im A-Finale stehen und nicht letzter deutscher Doppelzweier sein“. Das sei ein realistisches Ziel, „denn ich bin sehr gut drauf, und im Training läuft es ebenso.“ Vierte Potsdamer Skullerin in Poznan wird Daniela Reimer im Leichtgewichts-Einer sein. Sie kann ebenso wie Marie-Louise Dräger noch auf ein Athen-Ticket für den leichten Doppelzweier hoffen, für den bisher nur Claudia Blasberg (Dresden) gesetzt ist. Die endgültige Entscheidung über die Olympia-Flotte der deutschen Skullerinnen soll in der kommenden Woche auf dem Brandenburger Beetzsee fallen. Im zweiwöchigen Trainingslager für den Weltcup in München (27. bis 30. Mai) – dem das WC-Finale Mitte Juli in Luzern folgen wird – müssen in zwei Einer-Regatten Kerstin El-Qalqili, Christiane Huth, Britta Oppelt, Manuela Lutze, Marita Scholz und Meike Evers noch einmal gegeneinander antreten. Die Letzte scheidet aus, aus den anderen fünf Skullerinnen sowie Kathrin Boron und Peggy Waleska wird Jutta Lau dann ihren Doppelzweier und Doppelvierer für Athen formen.
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