DAS EHEMALIGE PALAST-HOTEL UND DER BAUFAHRPLAN FÜR DIE ALTE FAHRT: Übernachtung ab vier Reichsmark
Das Palast-Hotel bildete bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs das repräsentative Entrée zur Stadtmitte. Vis-á-vis vom Stadtschloss, direkt am Fuße der Langen Brücke gelegen und mit eigener Anlegestelle für Dampfer und Boote ausgestattet, galt der vor 1898 errichtete Prunkbau als eine der ersten Adressen der Stadt.
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Das Palast-Hotel bildete bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs das repräsentative Entrée zur Stadtmitte. Vis-á-vis vom Stadtschloss, direkt am Fuße der Langen Brücke gelegen und mit eigener Anlegestelle für Dampfer und Boote ausgestattet, galt der vor 1898 errichtete Prunkbau als eine der ersten Adressen der Stadt. Der renommierte Reiseführer-Verlag Grieben listete seinerzeit 65 Zimmer auf, die Übernachtung kostete zwischen vier und sieben Reichsmark. Beim Bombenangriff auf Potsdam in der Nacht des 14. April 1945 wurde das Palast-Hotel völlig zerstört. Der Platz blieb – wie die gesamte Alte Fahrt – seitdem unbebaut. Ab 2013 wird sich das ändern. Nachdem der Sanierungsträger die Grundstücke ausgeschrieben und im vergangenen Jahr in einem Bieterwettbewerb die Sieger gekürt hat, sind die Kaufverträge inzwischen unterschrieben. Den Zuschlag für das alte Palast-Hotel-Grundstück Humboldtstraße 1/2 hat der niederländische Baukonzern Kondor-Wessels erhalten, der dort ein Ärzte- und Bürohaus errichten will. Am ursprünglichen Entwurf hatte es Kritik gegeben, der Bauherr ließ nachbessern. Der Sanierungsträger setzt angesichts der räumlichen Enge, auch wegen der Nachbarschaft zur Landtagsbaustelle, auf eine möglichst koordinierte Bauphase. Die sechs Bauherren, die insgesamt sieben Grundstücke bebauen, sollen sich untereinander abstimmen und die Gebäude im Wesentlichen gleichzeitig errichten. Die Humboldtstraße 3 wird ebenfalls von Kondor-Wessels bebaut. Mit der Leitfassade des Palazzo Pompei entsteht ein Wohn- und Geschäftshaus. Die Humboldtstraße 4, Standort des Palazzo Chiericati, wird von der Prinz-von-Preußen-AG ebenfalls mit einem Wohn- und Geschäftshaus bebaut. Der benachbarte Palast Barberini ist der einzige Leitbau. Bayerisches-Haus-Chefin Gertrud Schmack will ihn als Hotel wiederaufbauen. 2015 sollen alle Häuser stehen. pee
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