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Aus dem GERICHTSSAAL: Wie Bonnie und Clyde

Paar stahl Schmuck / Zwei Jahre Haft für Berliner

Stand:

Alexandra A.* (23) tarnte sich bei den Diebestouren stets mit einer übergroßen Sonnenbrille. Ihr Freund Sascha S.* (29) trug ein in die Stirn gezogenes Basecap. Doch die Bilder der Überwachungskameras – von den geprellten Verkäufern dutzendfach vor- und rückwärts betrachtet – überführten das in Berlin lebende Duo zweifelsfrei. Am Dienstag wurde Sascha S. vom Schöffengericht wegen besonders schweren Diebstahls zu zwei Jahren Haft verurteilt. Seine Komplizin kam mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr, ausgesetzt zu dreijähriger Bewährung, davon. Beide seien gewerbsmäßig vorgegangen, um ihre Drogensucht zu finanzieren, so die Vorsitzende Birgit von Bülow. Die Angeklagten schwiegen zum Tatvorwurf, am 4. April vorigen Jahres im Vodafone Shop in der Dortustraße ein Handy im Wert von 450 Euro, wenig später im Schmuckladen EX Change in der Brandenburger Straße ein Goldcollier für 2000 Euro entwendet zu haben. Am 28. Mai 2011 – so die Anklage – habe Sascha S. aus einer Vitrine des selben Geschäfts mit einem Draht eine goldene Kette im Wert von 1000 Euro geangelt. Alexandra A. soll die Taten stets mit ihrem Körper verdeckt haben.

„Wir hatten das Pärchen intern als Bonnie und Clyde bezeichnet“, erzählte der als Zeuge geladene Filialleiter des Vodafone-Geschäfts. Den Diebstahl des Mobiltelefons habe er erst nach Stunden bemerkt, die attraktive Frau mit der dunklen Brille und ihren Begleiter damit in Verbindung gebracht. Danach habe er die Bänder der Überwachungskameras gesichtet. „Am 14. Juni 2011 waren sie wieder da und schauten sich Handys an. Plötzlich stürmten Polizisten in den Raum und nahmen die beiden fest“, erinnerte sich der Filialleiter. „Zweimal haben sie uns beklaut. Beim dritten Mal hat es nicht geklappt, weil wir entsprechende Sicherungsmaßnahmen getroffen hatten“, berichtete die Leiterin des Schmuckladens. Als Sascha S. Mitte Juni erneut mit seiner Begleiterin auftauchte und sich nach Stehlenswertem umschaute, habe ein Kollege die Polizei gerufen. Das Duo roch offenbar Lunte und verließ das Geschäft. Die Leiterin lief hinterher, traf unterwegs auf die Polizisten. Die nahmen das Paar schließlich im Vodafone Shop fest.

Sascha S. – in Usbekistan geboren – lebt seit 17 Jahren in Deutschland. Er besitzt weder Schul- noch Lehrabschluss, dafür eine ausgeprägte Drogenkarriere. Um den zunehmend härteren Stoff, zuletzt Heroin, zu finanzieren, stahl er massenhaft Dinge, die sich zu Geld machen lassen. Mehrfach saß er in Haft. Therapien brach er ab. Auch die gebürtige Kasachin Alexandra A. konsumiert Heroin, ist wegen Diebstählen vorbestraft. „Von Hartz IV kann man keine Drogen bezahlen. Deshalb haben Sie Sachen entwendet, die man gut weiterverkaufen kann“, so die Staatsanwältin. (*Namen geändert.) Hoga

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