Sport: „Wir sind auf alles gefasst“
SV Babelsberg empfängt Mainz 05 im DFB-Pokal und will die Sensation schaffen
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Als der SV Babelsberg 03 in der ersten Runde des DFB-Pokals den 1. FSV Mainz 05 zugelost bekam, reagierte Dietmar Demuth nicht überschwänglich. „Sportlich ein sehr interessanter Gegner, der allerdings nicht viele Zuschauer mit an den Babelsberger Park bringen dürfte“, so die Befürchtungen des Trainers. Der soll nun allem Anschein nach Recht behalten: Rund 150 Karten haben die Mainzer Fans für das Spiel geordert, das morgen um 15.30 Uhr im Karl-Liebknecht-Stadion angepfiffen wird. Mit etwa der gleichen Anzahl Berliner Fans rechnet SVB-Geschäftsführer Ralf Hechel, der aber dennoch von einem gut gefüllten Stadion ausgeht. „Rund 4000 Fans wollen wir schon ins Stadion holen“, sagt er.
Und diese sollen dann auch ein interessantes Match sehen. In dieses gehen die Mainzer, die in der vergangenen Saison immerhin ziemlich laut an die Tür zum Fußball-Oberhaus anklopften, als klarer Favorit, was jedoch nicht unbedingt von Vorteil sein muss. „Der Pokal hat ja bekanntlich seine eigenen Gesetze“, weiß Demuth, der seinen Mannen allemal eine „kleine Sensation“ gegen die Mainzer zutraut.
Vor allem auch, weil er für das Auftaktspiel im DFB-Pokal außer auf die verletzten Bastian Zenk und Dirk Jonelat auf das komplette Team bauen kann. „Aus 20 muss ich also 18 machen, und dann noch einmal elf, die Mainz bezwingen“, gibt sich Demuth äußerst optimistisch.
Sein Trainerkollege Jörn Andersen sieht das hingegen völlig anders und träumt vor seinem Pflichtspiel-Debüt als Nachfolger von Jürgen Klopp bereits vom internationalen Geschäft. „Leichter als durch den DFB-Pokal kann man nicht in das Europacup-Geschäft kommen“, sagte er gestern dem Sport-Informationsdienst (sid). „Wir wollen auf jeden Fall im DFB-Pokal überwintern.“ Verzichten muss Andersen gegen Babelsberg auf den noch bis Mitte September gesperrten Kolumbianer Elkin Soto. Der zuletzt angeschlagene Angreifer Felix Borja steht voraussichtlich zur Verfügung.
Bereits in der Zweitligasaison 2001/02 trafen beide Teams aufeinander: Im „Karli“ unterlag der SVB mit 0:1; auswärts gelang ein 2:2. Neben dem heutigen Co-Trainer Jens Härtel waren damals auch Kapitän Almedin Civa und Björn Laars mit von der Partie.
Erstmals wird ein DFB-Pokalspiel der Babelsberger live im Fernsehen übertragen – der Bezahlsender Premiere hat sich die Rechte gesichert und sendet ab 15.30 Uhr. Während die Nulldreier diesmal 96 875 Euro DFB-Fernsehgelder kassieren, käme im Falle des Weiterkommens das Doppelte in die Vereinskasse. Derzeit laufen die technischen Vorbereitungen auf Hochtouren: Der Münchner Sender wird das Spiel mit bis zu zehn Kameras und mehreren Kommentatoren übertragen.
Bis gestern hatte sich Demuth „auf sechs, sieben Positionen für Samstag festgelegt“. „Den Rest muss ich mir noch einmal gründlich durch den Kopf gehen lassen“, sagt er. „Daran, dass Marian Unger seinen Platz im Tor haben wird, ändert sich jedoch nichts mehr.“ Vieles wird auch von der Taktik abhängen, die Mainz bevorzugt. „Ob die ein 4-2-3-1-System oder ein anderes spielen – wir sind auf alles gefasst“, versichert der Trainer. Wichtig sei es, den zu erwartenden Anfangssturm zu überstehen und kein schnelles Tor zuzulassen.
Heute trifft sich die Mannschaft um 15.30 Uhr im „Karli“ zum Abschlusstraining. Öffentlich, denn: „Wir sind gläsern“, sagt Demuth. „Und am Ende stelle ich ja sowieso wieder um.“
Henner Mallwitz
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