Von Erhart Hohenstein: Zähen Gegner 1:0 geschlagen
Turbine-Frauen erreichten durch 1:0 in Sindelfingen das Pokalhalbfinale
Stand:
Als zäher Gegner für die Bundesligakickerinnen des 1. FFC Turbine Potsdam erwies sich gestern der VfL Sindelfingen. Der Zweitligist, für den die Viertelfinalbegegnung im DFB-Pokal das „Spiel des Jahres“ war, leistete vor knapp 500 Zuschauern im Floschenstadion von der ersten bis zur letzten Minute erbitterten Widerstand. Am Ende blieb es beim knappen 1:0-Erfolg der Gäste durch einen Treffer der Finnin Essi Sainio, die den Ball in der 30. Minute nach einer Flanke von Anja Mittag per Kopf ins Netz setzte.
Ansonsten war die Betonabwehr der kampfstarken Sindelfingerinnen, die bis zum Abpfiff keine Konditionsschwächen zeigten, durch die eifrig, aber keineswegs brillant kombinierenden Turbinen-Spielerinnen nicht zu knacken. Die Potsdamerinnen waren zwar zu 80 bis 90 Prozent der Spielzeit in Ballbesitz, zu hochkarätigen Chancen aber kamen sie kaum. Immer wieder gelang es der kompakt stehenden Abwehr der Gastgeberinnen, auf dem schweren Geläuf den Ball herauszuschlagen.
Kehrseite dieser Taktik war, dass der Zweitligist in der Offensive so gut wie nichts zustande brachte und kaum einmal vor das Turbine-Tor kam. Schlussfrau Desirée Schumann hatte über die gesamte Spielzeit nicht einen ernsthaften Schuss zu halten.
Die Potsdamerinnen bemühten sich vergeblich um eine höhere Attraktivität der Begegnung. In der ersten Halbzeit scheiterte Anja Mittag mit ihren Versuchen, durch Fernschüsse den von Torfrau Berger fehlerlos gehüteten Kasten zu bedrohen. Nach Wiederanpfiff war es Jessica Wich, die einige Male beherzt in den gegnerischen Strafraum eindrang. In der 62. Minute drückte sie das Leder über die Linie, doch der Treffer wurde wegen Behinderung der Torfrau nicht anerkannt. Der eingewechselten Leni Larsen Kaurin blieb es vorbehalten, in der 85. Minute eine letzte Chance zu vergeben.
Turbine-Trainer Bernd Schröder zollte der Abwehrleistung der Zweitligaspielerinnen Anerkennung: „Sie haben, gestützt auf ihre hervorragende Torhüterin, bis zum Umfallen gekämpft. Da wurde es für uns ganz schwer, zu Toren zu kommen.“
Kritisch wollte Schröder die Leistung seiner Elf nicht bewerten. „Der Sieg geht angesichts unserer drückenden Überlegenheit vollkommen in Ordnung. Ich bin zufrieden mit dem Weiterkommen“, zeigte er sich ergebnisorientiert. „Am 13. August haben wir nun im heimischen Karl-Liebknecht-Stadion eine sehr gute Chance, die SG Wattenscheid 09 zu schlagen und in das Endspiel um den DFB-Pokal einzuziehen.“ Dieses Ziel habe er seiner Mannschaft ja bereits zu Saisonbeginn gesetzt. Der Finalgegner wird in der Begegnung zwischen dem FCR Duisburg und dem VfLWolfsburg ermittelt.
1. FFC Turbine Potsdam: Schumann; Peter, Draws, Schmidt; Sainio, Odebrecht (ab 70. Kaurin), Bagehorn, Zietz; Wich (ab 75. M. Kerschowski), Mittag, Kemme
Erhart Hohenstein
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