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Kultur: Daniel Brühl und seine Filme in einer Retrospektive

Seit seiner Kindheit wollte er Schauspieler werden. 15-jährig drehte er seinen ersten Fernsehfilm.

Seit seiner Kindheit wollte er Schauspieler werden. 15-jährig drehte er seinen ersten Fernsehfilm. Nie aber hat Daniel Brühl eine Schauspielschule besucht. Warum? In Deutschland waren sie ihm „zu bühnenorientiert“, Amerika schien noch unerreichbar. Er verlässt sich auf die Methode des „method acting“. In der Vorbereitungszeit schöpft er weitgehend aus dem eigenen Erleben und lässt es in das Spiel einfließen, und das mit Erfolg. „In jedem seiner Filme seit ,Nichts bereuen“ gibt es Szenen, die Brühl so verdichtet spielt, dass man tatsächlich spürt, wie intensiv er sich diesen Situationen nicht nur technisch, sondern auch mental angenähert hat“, heißt es in einem epd-Beitrag über seine außergewöhnlichen schauspielerischen Fähigkeiten. In den meisten seiner Filme spielte Brühl bisher den Part des krisengeschüttelten Heranwachsenden in klassischen coming-of-age-Geschichten, doch dabei - dies erkennt ihm epd Film an - hat er „jeder der Rollen ganz eigene Facetten in Ton, Mimik, Gang und Ausstrahlung verliehen“. Daniel Brühl wird 2002 als bester Hauptdarsteller für seine Rollen in „Nichts bereuen“, „Das weiße Rauschen“ und „Vaya Con Dios“ mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet. Bei der Europäischen Filmpreisverleihung im Dezember 2003 wurde er als bester Schauspieler (Jury) gekürt und erhielt den Schauspieler-Publikumspreis, beides für „Good Bye, Lenin!“ - also für bestes Publikumskino. Dem deutschen Kandidat für die Auslands-Nominierung winkt im Februar nun der Oscar. Im Januar widmet das Filmmuseum Potsdam dem trotz Preisregen sympathisch gebliebenen Daniel Brühl eine Filmreihe. Dabei sollen den Besucher nicht nur die Publikumserfolge der letzten Jahre, sondern auch frühe Filme gezeigt werden, um Interessierten einen breiten Eindruck seines bisherigen Schaffens zu ermöglichen. Heute wird der Episodenfilm „Honolulu“ (20 Uhr) aus dem Jahre 1999 gezeigt. Er beleuchtet das Innenleben junger Frauen und Männer. Davor läuft der Kurzfilm „Vita Refducta“. Darin wird über den Zivildienst in den Katakomben eines Krankenhauses berichtet. Das bedeutet: Die Zeit absitzen, Striche ziehen, auf den Gängen surfen. Der von der Kölner Kunsthochschule für Medien produzierte Kurzfilm erzählt von einer Zeit des Übergangs und der unerwarteten Erfahrungen. Morgen gibt es um 18 Uhr „Das weiße Rauschen“, der über den Kampf eines 17-Jährigen gegen paranoide Schizophrenie erzählt. PNN

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