Potsdam-Mittelmark: „Kräfte bündeln“
Polizeiwache Werder schließt Kooperationsvertrag mit Rathaus Schwielowsee
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Schwielowsee - Angefangen hat es mit Problemen am Caputher Bürgerhaus: Im Dachgeschoss befindet sich der Jugendklub. Dass sich auf dem Vorplatz Jugendliche aufhalten ist nicht ungewöhnlich. Im vorigen Jahr taten sie das allerdings auch zu nachtschlafender Zeit. Im Umfeld des Bürgerhauses nahm der Vandalismus zu, die Polizei wurde wegen Ruhestörungen gerufen. Die Öffnungszeiten des Klubs wurden mittlerweile eingeschränkt. Polizei und Ordnungsamt wurden sich in Gesprächen, auch mit den Jugendlichen, darüber klar, dass man gemeinsam schneller vorwärts kommt.
Der Leiter der Polizeiwache Werder (Havel), Bernd Fiedler, regte einen Kooperationsvertrag an, wie er ihn von seiner früheren Tätigkeit als Leiter der Wache Jüterbog kennt. „Es geht darum, die Kräfte zu bündeln, mit einer Stimme zu sprechen und bei der Prävention von Straftaten auch die Bevölkerung mit ins Boot zu holen“, so Fiedler. Im Infrastrukturausschuss legte Ordnungsamtsleiter Markus Zeeb das Ergebnis der Überlegungen vor, ein „Handlungskonzept“, in dem gemeinsame Schwerpunkte klar definiert sind. „Es ist das erste Mal im Landkreis, dass zwischen Kommune und Polizei eine solche Vereinbarung besteht“, so Zeeb.
Ziel des Konzeptes ist „eine einheitliche Interpretation“ der Sicherheitslage und ein „koordiniertes Vorgehen“ von Ordnungsamt und Polizei, wie es auf der ersten von elf Seiten heißt. Als erster Arbeitsschwerpunkt steht der „Treffpunkt von jugendlichen Gruppen vor dem Bürgerhaus Caputh“ auf der Agenda. Die Freizeitarbeit in den Jugendklubs in Caputh, Ferch und Geltow soll „begleitet“ werden, Workshops mit den Jugendklubleitungen sind geplant und Präventionsveranstaltungen zu Themen wie Drogen und Alkohol am Steuer. Weitere Schwerpunkte sind die Schulwegsicherung in Caputh und Geltow und Tempomessungen in den Tempo-30-Bereichen der drei Ortsteile.
Ein Schwerpunkt, der im Infrastrukturausschuss für Diskussionen sorgte, war der Fahrradverkehr am Caputher Gemünde. Das verbotene Rad fahren auf der Uferpromenade soll durch schärfere Kontrollen an den Sommerwochenenden unterbunden werden. Mittelfristig müsse, wie Ausschussmitglieder zu Bedenken gaben, überlegt werden, ob Repression dabei der richtige Weg ist oder ob man das Gemünde nicht für Radfahrer freigeben wolle. Denn für die touristische Entwicklung wird die belebende Fahrradfrequenz an zentraler Stelle durchaus begrüßt. Möglicherweise will man deshalb nur kurze Schiebestrecken ausweisen – in den Bereichen, wo der Gehweg zu schmal ist. Vielleicht soll er an den Schmalstellen auch baulich aufgeweitet werden, so dass die Strecke durchweg als Fuß- und Radweg ausgewiesen werden kann. Ordnungsamtsleiter Zeeb räumte ein, dass das Problem meist ohnedies nur an warmen Sommerwochenenden besteht, wenn viele Menschen am Gemünde unterwegs sind. „Zu 90 Prozent der Zeit ist das unkritisch.“
Der Leiter des Infrastrukturausschusses Holger Teichmann (CDU/FDP) begrüßte das Konzept. Befürwortet wurde auch, dass Polizei und Ordnungsamt verstärkt nach Kooperationsmöglichkeiten mit den Feuerwehren und Vereinen suchen möchten. „Zwei Revierpolizisten und zwei Außendienstler vom Rathaus kriegen nicht immer alles mit. Deshalb brauchen wir Verbündete in der Gemeinde, um unser Lagebild ständig anpassen zu können“, so Polizeichef Fiedler gestern gegenüber den PNN. Henry Klix
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