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Das Buschwiesenkarree in Teltow: Insgesamt wechselten Grundstücke und Immobilien für 323,6 Millionen Euro den Besitzer  davon wurden fast die Hälfte allein im südlichen Berliner Umland mit Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf umgesetzt.

© Manfred Thomas

MARKTTRENDS SEIT 2004: Zwischen Teltow und Wiesenburg Im Rückgang stabil

Grundstückspreise in Potsdam-Mittelmark in den letzten acht Jahren um 20 Prozent gesunken

Stand:

In der Bilanz der vergangenen vier Jahre gab es 2004 die meisten Aktivitäten auf dem mittelmärkischen Grundstücksmarkt. 4029 Kaufverträge wurden da geschlossen. 2008 waren es 3467. Die meisten Umsätze wurden 2006 erzielt: 422 Millionen Euro. 2008 waren es 323 Millionen. Das meiste Geld 2008 bei Immobiliengeschäften wurde in Teltow bewegt: 55,9 Millionen Euro. Die geringsten Erlöse wurden in Wiesenburg verbucht: 1,7 Millionen Euro. pek

Teltow – Würden die Aktivitäten auf dem mittelmärkischen Grundstücksmarkt im Ausmaß des vergangenen Jahres anhalten, hätte man in nur 50 Jahren die gesamte Fläche des Landkreises einmal umgewälzt. 5222 Hektar Grundstücksfläche wurden in Potsdam-Mittelmark im vergangenen Jahr verkauft – zwei Prozent der gesamten Landkreisfläche. Gegenüber dem Jahr 2007 bedeutet das einen Zuwachs an veräußerten Flächen von elf Prozent.

Dabei ist die Zahl der eigentlichen Verkäufe im vergangenen Jahr mit 3,3 Prozent leicht zurückgegangen. „Aber das ist eine normale Schwankung“, resümierte Wilk Wros, der gestern in Teltow im Auftrag des Gutachterausschusses für Grundstückswerte die Erhebungen für 2008 vorstellte. „Der Grundstücksmarkt in Potsdam-Mittelmark ist stabil“, urteilte Mros. Die weltweite Wirtschafts- und Immobilienkrise sei kaum zu spüren und auch im laufenden Jahr gebe es bislang keine Auswirkungen für den hiesigen Grundstücks- und Immobilienhandel. Allerdings: Der Geldumsatz bei Immobiliengeschäften 2008 ist im Vergleich mit 2007 erheblich gesunken. Bei nahezu gleicher Verkaufszahl wurden 62,1 Millionen Euro weniger (minus 16,1 Prozent) umgesetzt. Vor allem beim Verkauf bebauter Grundstücke sind die Erlöse deutlich gesunken. Insgesamt wechselten Grundstücke und Immobilien für 323,6 Millionen Euro den Besitzer – davon wurden fast die Hälfte allein im südlichen Berliner Umland mit Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf umgesetzt: 150 Millionen Euro.

Der teuerste Deal ging in Kleinmachnow über den Tisch: Hier wurden sich Käufer und Verkäufer bei einem Einfamilienhaus im Nordwesten der Gemeinde bei 1,1 Millionen Euro einig. Ohnehin wurden in Kleinmachnow, wo die Bodenrichtwerte am höchsten sind, auch beim Verkauf bebauter Grundstücke die meisten Umsätze erzielt – fast 35 Millionen Euro. Auch in Stahnsdorf (32,5 Mio.), Teltow (23,8 Mio.) und Werder (21,6 Mio.) wurde bei Grundstücksgeschäften gut Kasse gemacht. Bei unbebauten Grundstücken wurden mit 28,6 Millionen Euro die meisten Erlöse in Teltow erzielt.

Das billigste Grundstücksgeschäft wurde in Wiesenburg abgeschlossen: 20 000 Euro war der Preis für eine unsanierte Immobilie, die bereits vor 1948 gebaut wurde. Generell sind im Belziger wie auch im Brandenburger Umland Grundstücke und Immobilien bei weitem nicht so teuer wie im sogenannten Speckgürtel. Für Ein- und Zweifamilienhäuser wurden in den ländlichen Regionen bei zwei Dritteln aller Verkäufe nicht mehr als 100 000 Euro gezahlt. Hingegen lagen die Preise im Potsdamer Umland bei der Hälfte aller Verkaufsabschlüsse zwischen 200- und 300 000 Euro.

Der Rückgang der Immobilien- und Grundstückspreise liegt im Trend der vergangenen Jahre. Von 2000 bis 2008 sind die Werte im Speckgürtel um fast 20 Prozent gefallen. Ganz anders das Vorzeichen bei Geschäften mit landwirtschaftlichen Flächen. Bei fast gleicher Anzahl an Verkäufen (600 Fälle) wurden deutlich mehr Flächen – plus 44 Prozent – veräußert. Beim Umsatz drückt sich das mit einem Plus von 66 Prozent aus. Oder: Für insgesamt 3700 Hektar landwirtschaftlicher Flächen wurden zwölf Millionen Euro gezahlt. Was sich bereits in den gestiegenen Bodenrichtwerten für mittelmärkisches Ackerland ausgedrückt hat, findet in dieser Bilanz seine Bestätigung. Mros: „Da werden richtige Umsätze gemacht.“ Peter Könnicke

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