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1:2-Niederlage in Darmstadt : 1. FC Union lässt eine große Chance liegen

Nach den Patzern der Konkurrenz hätten die Berliner einen großen Schritt in Richtung Bundesliga machen können. Doch Union verliert und bleibt Dritter.

Zu spät. Sebastian Andersson (l.) und seine Kollegen taten sich schwer gegen Darmstadt 98 (r. Immanuel Höhn).
Zu spät. Sebastian Andersson (l.) und seine Kollegen taten sich schwer gegen Darmstadt 98 (r. Immanuel Höhn).Foto: Uwe Anspach/dpa

Ausflüge nach Darmstadt sind für die Fußballer des 1. FC Union traditionell nicht sonderlich angenehm. Ihre zwei bisherigen Spiele hatten sie dort mit 1:8 Toren verloren, doch vor dem dritten Duell am Sonntag waren die Berliner durchaus zuversichtlich. Weil sie vor einer Woche den großen HSV geschlagen hatten, die Konkurrenz aus Paderborn und Hamburg erneut gepatzt hatte und es für den SV Darmstadt 98 nur noch um die sprichwörtlich goldene Ananas ging.

Dass der Gegner nicht dazu geneigt war, den Berlinern die drei Punkte kampflos zu überlassen, wurde aber schnell klar. Nach 17 Sekunden und einem Foul von Ken Reichel an Marcel Heller gab es die erste kleine Rudelbildung. Es wurde gemotzt, geschubst und viel besser wurde es für Union auch in den folgenden 90 Minuten nicht. Die Berliner verloren vor 11.510 Zuschauern am Darmstädter Böllenfalltor 1:2 (0:0) und verpassen damit den Sprung auf Rang zwei. Mit zwei Siegen aus den letzten zwei Spielen hätte Union dennoch mindestens den Relegationsplatz sicher. „Das Resultat entspricht nicht dem Spielverlauf“, sagte Urs Fischer. „Wenn man die Tore allerdings nicht schießt, muss man sich nicht wundern, dass man das Spiel verliert.“

Urs Fischer sah nach dem starken Auftritt gegen den HSV keinen Anlass für Veränderungen, den Schwung aus der Vorwoche konnte Union jedoch nicht mitnehmen. Beide Mannschaften agierten anfangs sehr vorsichtig und warteten auf Lücken, die es kaum gab. Union hatte zwar viel Ballbesitz, das aber vor allem weit weg vom gegnerischen Tor. Darmstadt konnte damit gut leben und versuchte, nach Ballgewinnen über den schnellen Heller umzuschalten.

Torchancen ergaben sich durch diese Herangehensweisen beider Teams anfangs kaum – und wenn doch, dann eher zufällig. So etwa in der zwölften Minute, als Robert Zulj freistehend zum Schuss kam, das Tor aber deutlich verfehlte. Wirklich gefährlich wurde es erst nach einer knappen halben Stunde, als die Berliner endlich mal direkt spielten und Julian Ryerson mit einem Flachschuss Daniel Heuer Fernandes prüfte. Kurz darauf war der Darmstädter Torwart machtlos, doch Zuljs Freistoß aus 25 Metern klatschte an den Außenpfosten. Von den Hausherren kam nicht viel und so ging es torlos in die Pause.

Zulj verpasst den späten Ausgleich

Die zweite Halbzeit begann aus Unions Sicht aber denkbar schlecht. So wie die Berliner den HSV vergangene Woche früh überrascht hatten, wurden sie nun kalt erwischt. Über Tobias Kempe und Heller kombinierten sich die Darmstädter in den Strafraum, wo Yannick Stark aus elf Metern zum 1:0 traf und einen Wirkungstreffer landete. Union musste sich erst mal schütteln und drückte die Gastgeber dann zwar weit nach hinten, dabei fehlten aber die nötige Kreativität und Durchschlagskraft. Auch nachdem Fischer mit Joshua Mees, Akaki Gogia und Sebastian Polter drei Offensivkräfte gebracht und auf ein 3-4-3 umgestellt hatte, kamen die Berliner nur durch Standards in den Strafraum. Die Qualität der ruhenden Bälle ließ allerdings stark zu wünschen übrig.

Das ließ sich auf der anderen Seite nicht sagen. Einen der wenigen Ausflüge in die Berliner Hälfte nutzte Darmstadt bei einer Freistoßflanke durch Mathias Wittek zum 2:0. Kurz vor Schluss verkürzte Union durch Sebastian Andersson und Torwart Rafal Gikiewicz verbrachte nahezu die gesamte Nachspielzeit im gegnerischen Strafraum, doch sein Gegenüber Heuer Fernandes lenkte den letzten Schuss von Zulj glänzend über die Latte. (Tsp)

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