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1:3 gegen SC Paderborn : 1. FC Union verliert erstes Heimspiel seit Januar 2018

Die Konkurrenz patzt erneut, doch die Berliner lassen die Chance aus. Gegen das Team von Steffen Baumgart kassiert Union die zweite Niederlage in Folge.

Suleiman Abdullahi (rechts) tat sich mit Union gegen Paderborn (Christian Strohdiek) sehr schwer.
Suleiman Abdullahi (rechts) tat sich mit Union gegen Paderborn (Christian Strohdiek) sehr schwer.Foto: Andreas Gora/dpa

73 Minuten waren gespielt im von der Sonne durchfluteten Stadion An der Alten Försterei, da kehrte die personifizierte Hoffnung auf den Rasen zurück. Dass Sebastian Polter, der Stürmer mit den irren Comeback-Qualitäten, gebraucht wurde, war offensichtlich. 0:1 lag der Zweitliga-Dritte im Heimspiel gegen den SC Paderborn zurück, kaum etwas deutete auf Besserung hin. Und tatsächlich traf Sebastian Polter nach seiner Einwechslung noch, da stand es aber schon 0:3 aus Berliner Sicht. Es lief die Nachspielzeit eines Spiels, das der 1. FC Union 1:3 (0:1) gegen den SC Paderborn verlor.

Es war eine Niederlage, die historische Züge trägt. Sie bedeutete die erste Pleite im eigenen Stadion in dieser Saison und gleichzeitig die erste Heimniederlage der Köpenicker seit Januar 2018. Damals verloren die Berliner 0:1 gegen den 1. FC Nürnberg und blieben danach 20 Mal in Folge ungeschlagen. Diese beeindruckende Serie ist nun vorbei.

„Dass die Serie zu Ende ging, ärgert mich nicht, aber die Art und Weise. Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht. Das muss man akzeptieren und nicht nach Ausreden suchen“, sagte Unions Trainer Urs Fischer nach dem Spiel.

Seine Startelf hatte er im Vergleich zur 1:2-Niederlage vor zwei Wochen in Heidenheim auf vier Positionen verändert. Carlos Mané kam über den linken Flügel, Suleiman Abdullahi über den rechten, Christopher Lenz verteidigte auf der linken Abwehrseite und Grischa Prömel kehrte ins zentrale Mittelfeld zurück. Auf der Bank nahmen dafür Felix Kroos, Ken Reichel, Akaki Gogia und Marcel Hartel Platz.

Die Berliner starteten elanvoll in die Partie. Mit etwas mehr Ruhe im Fuß hätte Carlos Mané bereits nach 53 Sekunden seine Farben in Führung schießen können. Einen Querpass von Robert Zulj setzte er aber voreilig an Außennetz des Paderborner Tores. Kurz darauf sprang ihm bei einer guten Kontermöglichkeit der Ball erneut vom Fuß, seine ausschwärmenden Mitspieler mussten ihre Sprints daraufhin abbrechen.

Union macht zu viele Fehler

Die Intensität im Spiel der Heimelf schwand, nachdem Zulj den Paderborner Torwart in der zehnten Minute zu einer Abwehr mit den Fäusten gezwungen hatte. In der Zentrale stach Prömel zwar hin und wieder mit klugen Pässen hervor, allerdings schaffte es Sebastian Andersson im Sturm zu selten, sich an den Paderborner Abwehrspielern vorbeizuschieben. Den offensiven Außenspielern Abdullahi und Mané fehlte teilweise die Übersicht, genauso wie dem bemühten, aber teils fahrigen Zulj. „Am Anfang waren gute Möglichkeiten dabei, aber dann schlichen sich immer wieder Fehler ein. Und dann muss man sich nicht wundern“, analysierte Fischer.

Ein Offensivspektakel boten auch die von Steffen Baumgart trainierten Gäste nicht, sie taten sich spielerisch aber etwas leichter, rochierten fleißig und brachten vor allem Unions Innenverteidiger Marvin Friedrich des Öfteren in Bedrängnis. Die beste Chance in der ersten Halbzeit hatte Sven Michel, der über die linke Seite frei auf Rafal Gikiewicz im Berliner Tor zueilte und an dessen guter Reaktion scheiterte.

Kurz vor der Pause war Gikiewicz dann machtlos. Innenverteidiger Florian Hübner verlor im Mittelfeld einen Zweikampf gegen Ben Zolinski, der den Ball in den Lauf von Christopher Antwi-Adjei passte. Der folgende Flachschuss schlug aus 16 Metern flach und präzise im linken Eck des Berliner Tores ein. Den Unterschied nach 45 Minuten zeigten die beiden Schlussaktionen in Hälfte eins. Auf der einen Seite probierte es Andersson mit einem kräftigen Schuss, den Zingerle pflichtgemäß zur Ecke klärte. Auf der anderen Seite verpasste der leichtfüßige Michel dem hilflosen und schwerfälligen Friedrich einen Beinschuss.

Polters Kopfball kommt zu spät

Das Berliner Spiel wurde nach der Pause kaum besser. Zwar verpasste Andersson nach einer Flanke Friedrichs aus dem Halbfeld knapp das 1:1, zielstrebiger blieb aber Paderborn. Einen fürchterlichen Fehlpass von Lenz hätte Zolinski fast zum 2:0 genutzt, sein Lupfer flog übers Tor. Wenig später ging auch Kapitän Christopher Trimmel ungeschickt in einen Zweikampf, wieder kam Zolinski daraufhin zu einer guten Gelegenheit, wieder hatten die Berliner Glück. Das 0:2 wäre an diesem sonnigen Tag wohl die Vorentscheidung gewesen. Fischer reagierte. Er beorderte Gogia und Hartel aufs Feld, Mané und der diesmal wenig präsente Manuel Schmiedebach mussten weichen. Eine Stunde war gespielt.

Die nächsten 13 Minuten lang änderte sich wenig bis nichts, Paderborn blieb die bessere, die gewitztere Mannschaft. Dann kam Polter, Teile der 20.789 Zuschauer erhoben sich, Hoffnung machte sich breit. Polter, das ist bekannt, hatte ja schon mal bewiesen, dass er nach einer Verletzungspause gleich zur Stelle sein kann. Im September war das gewesen, als er gegen Holstein Kiel per Fallrückzieher zum 2:0-Endstand getroffen hatte. Dieses Mal verlief das Comeback nur teilweise erfolgreich.

Polter sorgte zwar für Stimmung, aber mehr bei den eigenen Fans denn der eigenen Mannschaft. Zulj kam dem Ausgleich in der 85. Minute per Freistoß noch am nächsten. Auf der Gegenseite machten die Gäste per Konter alles klar. Sven Michel traf in der 87. Minute zum 0:2, Philipp Klement erhöhte gar noch auf 0:3 – Polters Kopfballtor kam zu spät.

„Ich freue mich, dass wir hier bestanden haben“, sagte Baumgart. Der frühere Unioner gab an, den Auswärtssieg in heimischen Gefilden mit der Familie beim Stammitaliener in Köpenick genießen zu wollen.

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