zum Hauptinhalt
Sheraldo Becker (vorne) feiert seine Tore gerne mit einer Pose von Spiderman.
© Arnd Wiegmann/REUTERS
Update

Sheraldo Becker an allen Toren beteiligt: 1. FC Union siegt sich nach Europa

Durch ein 4:1 in Freiburg qualifiziert sich der 1. FC Union Berlin erneut für das internationale Geschäft. Selbst die Champions League ist noch möglich.

Es gab einmal eine Zeit, da brachte Sheraldo Becker Mitspieler, Trainer und Fans regelmäßig zur Verzweiflung. In seiner ersten Saison beim 1. FC Union war bereits zu sehen, wie gefährlich die Schnelligkeit des gebürtigen Niederländers sein kann, doch immer wieder machte Becker aussichtsreiche Gelegenheiten mit unsauberen Ballmitnahmen und schlechten Flanken zunichte. Mittlerweile verzweifeln nur noch Unions Gegner, denn inzwischen gehört der 27 Jahre alte Becker zu den besten Konterspielern der Bundesliga und flankt selbst mit dem schwächeren linken Fuß mit beeindruckender Präzision.

[Wenn Sie aktuelle Nachrichten aus Berlin, Deutschland und der Welt live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere App, die Sie hier für Apple- und Android-Geräte herunterladen können.]

Das musste am Samstag auch der SC Freiburg leidvoll erfahren. Beim 4:1 (3:0)-Auswärtssieg der Berliner vor 34.700 Zuschauern am Samstagnachmittag war Becker der überragende Mann. Per Flanke bereitete er die Treffer von Grischa Prömel sowie Christopher Trimmel vor und traf kurz vor der Pause selbst zum 3:0. Durch den Sieg beim Tabellenvierten hat sich Union zum zweiten Mal in Folge für den internationalen Wettbewerb qualifiziert. Die Conference League ist den Berlinern nicht mehr zu nehmen, die Europa-League-Qualifikation haben sie als Sechster am letzten Spieltag gegen Bochum selbst in der Hand und auch die Champions League ist nicht ganz unmöglich. „Es ist unfassbar, was wir hier als Verein auf die Beine stellen“, sagte Prömel.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können.

Unions Trainer Urs Fischer hatte schon vor dem Spiel kleinere Probleme in der Defensive und musste auf den erkrankten Timo Baumgartl sowie Dominique Heintz (Adduktorenprobleme) verzichten. Beim Aufwärmen verletzte sich dann auch noch Torwart Frederik Rönnow und musste passen. So kehrte Andreas Luthe zurück zwischen die Pfosten, Julian Ryerson spielte links in der Dreierkette und Bastian Oczipka ersetzte Niko Gießelmann. Die Freiburger, die in ihrem defensiven Repertoire ebenfalls die Dreierkette haben, verzichteten allerdings darauf, Union taktisch zu spiegeln und damit auch auf den Einsatz von Keven Schlotterbeck an der Seite seines Bruders Nico.

Becker an drei Toren direkt beteiligt

In der Anfangsphase neutralisierten sich beide Mannschaften mit hohem Pressing und vielen Zweikämpfen. Freiburg hatte zwar deutlich mehr Ballbesitz, doch Union nutzte gleich die erste größere Umschaltmöglichkeit. Trimmel passte auf Becker, dem der Ball leicht in die Hacken sprang. Das überraschte seinen Gegenspieler jedoch so sehr, dass Unions Stürmer Platz zum Flanken hatte. Am Fünfmeterraum war Maximilian Eggestein zwar vor Taiwo Awoniyi am Ball, bugsierte diesen aber mit dem Oberschenkel an den Innenpfosten. Von dort kullerte er die Linie entlang, bis Prömel ihn ins Tor grätschte.

Beide Mannschaften lieferten sich ein munteres Duell, in dem auch die nächste Chance Union gehörte. Erneut flankte Becker auf Awoniyi, aber der Nigerianer rutschte aus und schaute vorwurfsvoll auf den Rasen. Freiburg antwortete mit den ersten zwei Torannäherungen, doch Ryerson klärte in letzter Sekunde vor Woo-Yeong Jeong und Robin Knoche entschärfte einen Schlenzer von Vincenzo Grifo. Kurz darauf jubelte der Sport-Club dann, allerdings nicht lange. Das Tor von Lucas Höler annullierte Schiedsrichter Felix Brych nach Rücksprache mit dem Videoassistenten wegen einer Ballberührung mit dem Arm.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können.

Dennoch waren die Freiburger nun langsam im Spiel angekommen. Sie ließen den Ball laufen, Schlotterbeck schob aus der Abwehrreihe immer wieder an und besonders die linke Seite machte Druck. Union ließ sich von dem vielen gegnerischen Ballbesitz aber nicht aus der Ruhe bringen und lauerte auf seine Chancen. Nach einer halben Stunde war es erneut Becker, dieses Mal von der linken Seite und mit dem schwächeren linken Fuß, der mustergültig flankte. Von der rechten Außenbahn rückte Trimmel ein und traf per Kopf zum 2:0.

Freiburg drückt, aber Union verteidigt gut

Kurz vor der Pause war es dann Becker selbst vorbehalten, den nun verunsicherten Freiburgern den nächsten Schlag zu versetzen. Gegen Schlotterbeck eroberte er den Ball, Awoniyi schaltete schnell und Becker schob nach flottem Spurt aus spitzem Winkel eiskalt ein. „Jede Chance war ein Tor für uns“, freute sich der überragende Stürmer.

[Mehr guten Sport aus lokaler Sicht finden Sie – wie auch Politik und Kultur – in unseren Leute-Newslettern aus den zwölf Berliner Bezirken. Hier kostenlos zu bestellen: leute.tagesspiegel.de]

Freiburgs Trainer Christian Streich reagierte in der Pause und brachte Edeljoker Nils Petersen. Die Gastgeber machten nun viel Druck und holten das Publikum aus der zwischenzeitlichen Lethargie. Höler vergab eine erste Chance, Petersen köpfte sich zwei Meter vor dem Tor an die eigene Schulter, stand dabei aber vermutlich im Abseits.

Nach einer Stunde traf Höler dann nach einem weiten Ball und Stellungsfehler von Paul Jaeckel, doch der Linienrichter hob die Fahne. Erneut schaltete sich der Videoschiedsrichter ein, und dieses Mal durfte der Sport-Club darüber jubeln. Höler stand auf gleicher Höhe, der Treffer zählte. Große Gefahr konnte Freiburg danach aber nicht mehr entfachen – und so sorgte der eingewechselte Andras Schäfer für den Schlusspunkt. (Tsp)

Zur Startseite