150. Saison in Hoppegarten : Boxen auf zum Jubiläumsjahr

Im Jubiläumsjahr finden in Hoppegarten hochkarätige Rennen statt – am Samstag startet die Saison.

Ulrich Nickesen
Der Beste. Jockey Andrasch Starke (links) ist mehrfach am Start.
Der Beste. Jockey Andrasch Starke (links) ist mehrfach am Start.Foto: Arno Burgi/dpa

Es ist fast ein Glücksfall, dass die 150. Rennsaison in Hoppegarten erst mit dreiwöchiger Verspätung am heutigen Samstag beginnt (Einlass ab 10 Uhr, erster Start um 11.25 Uhr). Denn angesichts fehlender lukrativer Konkurrenz auf den anderen deutschen Rennbahnen sind nun ungewöhnliche große Startfelder an beiden Renntagen zusammengekommen. In den jeweils acht Rennprüfungen des Doppelrenntags starten im Durchschnitt elf Vollblüter auf der Sprintstrecke von 1200 Metern bis zum Steherrennen über 2800 Metern. Zudem ist die gesamte Elite der in Deutschland tätigen Jockeys am Wochenende in Hoppegarten versammelt.

Die meisten von ihnen haben die Wintermonate in Dubai, Katar, Bahrain oder Japan verbracht und sind rechtzeitig zu Saisonbeginn in Deutschland wieder eingetroffen – allen voran Andrasch Starke, der mit 2414 Siegen erfolgreichste deutsche Jockey. Der 44-Jährige ist seit der Wende Dauergast in Hoppegarten und erinnert sich noch gut an seinen ersten Grand-Prix-Sieg mit Irish Stew Anfang der 90er Jahre auf der Hauptstadtrennbahn, auf der er am Samstag seine Erfolgsbilanz im Hauptereignis aufstocken möchte.

Im mit 27.000 Euro dotierten „Altano- Rennen“ gilt er mit dem fünfjährigen Hengst Sound Check als einer der Favoriten auf der Marathonstrecke, auf der er sich gegen elf Distanzspezialisten durchsetzen muss. Keine leichte Aufgabe für den Champion, der insgesamt sieben Rennen bestreitet. Viel Zeit zum Feiern bleibt ihm und seinen Konkurrenten am Samstagabend in Berlin allerdings nicht. Für alle geht es am Sonntag weiter (erster Start um 14 Uhr) und die gnadenlose Regel für alle Jockeys lautet: Mit mehr als 53 Kilogramm Körpergewicht bist du weg vom Fenster!

Nicht nur zum Saisonstart findet ein Doppelrenntag statt

Dieses Risiko wird keiner der Beteiligten eingehen, zumal am Sonntag ein wiederum mit 27.000 Euro dotiertes Rennen im Mittelpunkt steht. Im „Preis von Dahlwitz“ sind dann die Mitteldistanzspezialisten gefordert, und die Fans werden sich vor allem auf das zu erwartende Duell zwischen Devastar, dem Sieger des „Preis der Deutschen Einheit“ von 2016 in Hoppegarten und Enjoy Vijay, dem Zweitplatzierten im Deutschen Derby von 2017 freuen. Und wieder ist es Andrasch Starke, der im Vorfeld als Favorit mit Enjoy Vijay in die Startboxen des insgesamt zehnköpfigen Starterfeldes einrücken wird. Konkurrent Martin Seidl gilt aber als großes Talent und wird mit Devastar dem Altmeister sicherlich alles abverlangen.

Nicht nur zur Saisonpremiere findet in Hoppegarten ein Doppelrenntag statt. Insgesamt zehn Renntage werden in dieser Saison als sogenannte Meetingrenntage durchgeführt: ein Konzept, das bei allen Beteiligten und nicht zuletzt bei den Fans in der Regel favorisiert wird. Im Doppelpack wird ein Hauptstadt- und Rennbahnbesuch erfahrungsgemäß attraktiver.

Besonders erfreulich ist, dass das sportliche Niveau in dieser Saison durch ein zusätzliches fünftes Grand Prix-Rennen nochmals angehoben wird. Das ist vor allem ein Verdienst des rennsportbegeisterten Eigentümers Gerhard Schöningh, der vor genau zehn Jahren die Rennbahn Hoppegarten und 2015 die Trainierbahn Neuenhagen, also das Gesamtareal von 370 Hektaren des „alten“ Hoppegarten erwarb.

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar