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Alba Berlin : Verflucht gut ins Pokalfinale

Die Berliner Basketballer dominieren das Pokal-Halbfinale in Frankfurt. Im Endspiel treffen sie nun auf Bamberg.

Davongezogen. Berlins Luke Sikma (r.) enteilt Frankfurts Tyler Larson.
Davongezogen. Berlins Luke Sikma (r.) enteilt Frankfurts Tyler Larson.Foto: Arne Dedert/dpa

Die Basketballer der Frankfurt Skyliners schauten auf ihre Füße wie schuldbewusste Schüler bei einer Standpauke ihres Lehrers. Gordon Herbert, der Trainer der Frankfurter, hatte nach zwei Dreipunktewürfen von Albas Kapitän Niels Giffey sofort eine Auszeit genommen. Zu Beginn des zweiten Viertels stand es bereits 33:17 für die Berliner und Herbert sagte ziemlich deutlich, was er von der Leistung seiner Mannschaft hielt. Jugendfrei war die Ansprache des US-Amerikaners angesichts einer unglaublichen Dichte an Flüchen nicht, einen positiven Effekt hatte sie aber auch nicht. Schon zur Halbzeit führte Alba Berlin mit 28 Punkten Vorsprung und am Ende zog die Mannschaft von Trainer Aito Garcia Reneses mit einem ungefährdeten 105:70 (27:17, 30:12, 27:22, 21:19) vor 5000 Zuschauern in Frankfurt zum zwölften Mal ins Pokalfinale ein. Dort treffen die Berliner am 17. Februar auf die Bamberger, die Bonn mit 90:87 (46:50) besiegten. Das Los entschied, dass das Finale in Bamberg stattfindet.

Alba war von Anfang an die deutlich bessere Mannschaft. In den ersten Minuten war es vor allem der jüngste Berliner, der erst 17 Jahre alte Franz Wagner, der das Spiel mit sieben schnellen Punkten eröffnete. Besonders aus der Distanz trafen die Gäste ausgezeichnet und so wuchs der Abstand kontinuierlich an. Die vielen offenen Würfe erarbeitete sich Alba mit einer starken Verteidigung und Frankfurt wirkte schon nach wenigen Minuten ziemlich ratlos.

Inspiriert und effektiv

Beide Mannschaften hatten am Mittwoch noch im Eurocup gespielt, Müdigkeit war zumindest bei Alba allerdings nicht zu erkennen. Die Berliner spielten schnell, präzise und effektiv, als hätte es die Schwächeperiode der vergangenen Wochen nie gegeben.

Albas Manager Marco Baldi warnte in der Halbzeit zwar vor der Reaktion der Frankfurter, die Berliner hatten das Spiel aber auch nach der Pause sicher im Griff. Die Gastgeber um die ehemaligen Alba-Profis Jonas Wohlfahrt-Bottermann und Akeem Vargas konnten einem wirklich leid tun, so inspiriert und hungrig rollte die junge Berliner Mannschaft über sie hinweg.

Reneses konnte es sich dann erlauben, die Spielzeit seiner Leistungsträger zu dosieren. Aus dem Pokalkrimi, den die Frankfurter Alba liefern wollten, wurde in der zweiten Halbzeit ein besseres Trainingsspiel. Mit Niels Giffey, Rokas Giedraitis (je 16), Luke Sikma, Franz Wagner (je 12) und Joshiko Saibou sowie Dennis Clifford (je 10) punkteten gleich sechs Berliner zweistellig. (Tsp)

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