DFL-Strukturreform : Die Probleme des Peter Peters

Die meisten Klubvertreter lehnen die Reformvorschläge vom Vizepräsidenten der Deutschen Fußball-Liga ab. Vor allem an Transparenz fehle es.

Kaum überzeugend. Peter Peters muss weiter für seine Ideen werben.
Kaum überzeugend. Peter Peters muss weiter für seine Ideen werben.Foto: Kirchner/dpa

Der 12. Oktober ist kein guter Tag für Peter Peters gewesen. Gewünscht hatte sich der Vizepräsident der Deutschen Fußball-Liga (DFL), dass die Vertreter der 18 Zweitligaklubs bei ihrem Treffen in Frankfurt am Main ihre Zustimmung zur neuen DFL-Struktur signalisieren würden. Doch daraus wurde nichts.

Aus Teilnehmerkreisen heißt es, Schalkes Finanzvorstand Peters, der bei dem Treffen nicht dabei war, habe sich mit seiner Vorgehensweise ins Abseits gedribbelt. Die Klubs, die die Reformpläne am 4. Oktober erhalten hatten, hätten viel zu wenig Zeit gehabt, die von Peters vorgelegten Änderungswünsche zu durchdringen. Zudem fehle es an Transparenz. Und so beschlossen die Zweitligisten lediglich, dass Rüdiger Fritsch (Darmstadt) und Steffen Schneekloth (Kiel) ins neunköpfige DFL-Präsidium nachrücken sollen.

Die Vorschläge Peters’ zielen auf eine Erneuerung der DFL-Gremien ab. So soll das Präsidium durch einen Ausschuss mit zwölf Vertretern ersetzt werden. Der hätte aber weniger Zuständigkeiten als bisher. Mehr Aufgabenbereiche erhielte dafür die DFL-Geschäftsführung mit Christian Seifert an der Spitze. Kritiker fürchten eine Machtverschiebung.

Äußerst skeptisch sehen Erst- wie Zweitligisten, dass Peters’ Pläne eine Spaltung zwischen Bundesliga und Zweiter Liga nach sich ziehen könnten. Bislang wurden alle Fragen, die die 36 besten deutschen Klubs betreffen, auf einer gemeinsamen Versammlung behandelt. Diese Einheit solle zwar weiter bestehen bleiben, jedoch durch zwei 18er „Teilversammlungen“ mit „Entscheidungskompetenz“ ergänzt werden, wie es in einem DFL-Papier heißt. Keine Liga solle über die andere bestimmen, lautet demnach das Credo.

Anfang Oktober preschte der 1. FC Union vor

Verändern soll sich auch der Lizenzierungsausschuss, der bisher ins DFL-Präsidium integriert war. Weil das wiederum mit Klubvertretern besetzt ist, konnten diese die Unterlagen der Konkurrenz bewerten. Künftig soll es einen von unabhängigen Kandidaten besetzten Lizenzierungsausschuss geben, der auch über Ausnahmefälle von der 50+1-Regel befindet.

Vorerst aber bleibt alles beim Alten. Denn nach Informationen der „Bild“ habe es auch von mehreren Bundesligisten – darunter Bremen, Stuttgart, Mainz, Augsburg und Hertha BSC – schriftliche Bitten gegeben, die Fristen zu verlängern, um sich ein klareres Bild verschaffen zu können. Nun soll es weitere Regionalkonferenzen geben, die letzte ist für den 21. November geplant. Auf diesen will Peters weiter um Zustimmung für seine Strukturreformen werben, um am 13. Dezember – wenn die Versammlung der 36 Klubs stattfindet – mindestens die nötige Zweidrittel-Mehrheit zu bekommen. Die gilt aktuell als wenig wahrscheinlich.

Bereits Anfang Oktober war der 1. FC Union vorgeprescht und hatte angemahnt, dass man zunächst über Inhalte statt Strukturen debattieren solle. Aus Köpenick flatterte der DFL dazu ein Thesenpapier ins Haus, das fast schon revolutionäre Züge trägt. Eine Aufstockung der Bundesliga und der Zweiten Liga auf jeweils 20 Mannschaften, forderte Union, dazu Play-off-Spiele um den Aufstieg, eine Begrenzung der Spielergehälter und der Leihspieler. Neu verteilt sollen die Fernsehgelder werden, Anstoßzeiten fanfreundlicher. Es ist ein Positionspapier, mit dem ein Kurswechsel im deutschen Fußball herbeigeführt werden könnte.

In Frankfurt soll Unions Präsident Dirk Zingler erneut einen starken Auftritt hingelegt haben, berichten Teilnehmer. Nachdrücklich habe er darauf gedrängt, die Frage zu stellen, in welche Richtung der deutsche Fußball sich grundsätzlich entwickeln wolle.

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