Sport : „Die Jahre danach waren nicht einfach“

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Norbert Siegmann, am 14. August 1981 foulten sie den Bielefelder Ewald Lienen so unglücklich, dass er sich eine lange Risswunde am Oberschenkel zuzog. Wie lebt es sich mit dem bekanntesten Foul der Bundesliga?

Die ersten Jahre war es nicht einfach. Natürlich hat mich das Foul verfolgt. Wenn jemand „du Schlitzer“ gerufen hat, dann verletzt einen das. So etwas passiert aber immer seltener und wenn, dann gehe ich auf die Leute zu und rede mit ihnen. Ich habe das schon oft gemacht und habe damit heute kein Problem mehr.

Welche Erinnerung habe Sie an die Szene?

Ich hatte ja viel Zeit, darüber nachzudenken. Heute sehe ich es so: Wir waren Aufsteiger und wir waren natürlich sehr motiviert. Ich hatte dieselben Schuhe an wie zuvor im Spiel gegen Gladbach, das hatten wir 3:2 gewonnen. An einem Stollen hatte sich eine Spitze gebildet. Daher kam es zu der Verletzung.

Eine Verletzung, die schlimm aussah. Galten Sie denn als unfairer Spieler, Sie haben doch in Ihrer Karriere nie eine Rote Karte gesehen?

Naja, so richtig Fußballspielen habe ich erst nach dem Foul gelernt. Ich hatte noch fünf gute Jahre als Spieler, habe dann ja auch ein paar Tore geschossen. Vorher kam ich doch als Verteidiger nie über die Mittellinie.

Wie ist Ihr Verhältnis zu Ewald Lienen?

Wir sind in lockerem Kontakt.

Die Fragen stellte Claus Vetter.

Norbert Siegmann, 53, bestritt für den VfB Stuttgart, Tennis Borussia und Werder Bremen von 1972 bis 1985 insgesamt 209 Spiele in der Bundesliga.

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