Eiskunstlauf-EM in Graz : Berliner Paul Fentz glänzt als Achter

Besser lief es für den Berliner Eiskunstläufer bei einer Europameisterschaft noch nie. Eine Enttäuschung erlebten derweil Katharina Müller und Tim Dieck.

Gute Figur. Paul Fentz' Einsatz bei seiner Kür in Graz stimmte.
Gute Figur. Paul Fentz' Einsatz bei seiner Kür in Graz stimmte.Foto: Matthias Schrader/dpa

Der deutsche Eiskunstlauf-Meister Paul Fentz hat bei den Europameisterschaften in Graz den besten Wettkampf seiner Karriere abgeliefert. Mit 230,01 Punkten nach der Kür am Donnerstag landete der 27 Jahre alte Berliner auf dem achten Platz. „Ich bin stolz auf meine Leistung. Ich habe dem Druck standgehalten“, sagte Fentz.

Neuer Europameister wurde der Russe Dmitri Alijew mit 272,89 Punkten vor seinem Landsmann Artur Danieljan (246,74) und Morisi Kwitelaschwili (246,71). Nach sieben EM-Siegen in Serie war der Spanier Javier Fernandez zurückgetreten.

Fentz dachte an Rücktritt

Nach schwachen Auftritten 2019 mit Platz 15 bei der EM und Rang 28 und bei der WM hatte Fentz an Rücktritt gedacht, feierte aber bei der deutschen Meisterschaft vor drei Wochen in Oberstdorf mit dem dritten Titelgewinn ein Comeback. „Das hat mir großes Selbstvertrauen gegeben“, sagte Fentz.

Dies stellte er im EM-Kurzprogramm mit dem überraschenden Sprung auf Rang sechs und den Einzug in die letzte Startgruppe, in der er furchtlos („Paul läuft, das Publikum klatscht, und die Preisrichter werten“) loslaufen wollte, unter Beweis.

Tatsächlich gelang es ihm zum Elton-John-Klassiker „I'm still Standing“ eine gute Kür mit einem vierfachen Toeloop und einem Dreifach-Axel, aber auch Fehler in einer Kombination und bei einem Dreifach-Axel, den er nur einmal rotierte. Mit seinem Top-Zehn-Platz hat Fentz der Deutschen Eislauf-Union für die EM 2021 in Zagreb zwei Startplätze für die Männer gesichert. „Das ist eine tolle Sache für den Verband“, sagte Udo Dönsdorf, Sportdirektor der Deutschen Eislauf Union. „Er hat seine Aufgabe erfüllt.“

Pech hatte das deutsche Eistanzpaar Katharina Müller/Tim Dieck. Im Rhythmischen Tanz kam das Duo aus Dortmund mit 61,42 Punkten nicht über den 18. Platz hinaus, erreichte aber noch das Kür-Finale am Samstag (13.25 Uhr). Der Grund war ein Sturz des 23-jährigen Dieck. „So etwas ist mir noch nie passiert“, sagte er zu dem Patzer.

Auf Titelkurs liegen die Franzosen Gabriella Papadakis und Guillaume Cizeron, die mit 88,78 Punkten führen. Die vierfachen Weltmeister und Olympia-Zweiten können ihren sechsten EM-Titel gewinnen. (dpa)

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