Fragen an den Bundesliga-Spieltag : VAR was?

Schalke beschwert sich über den Videobeweis, hätte ohne ihn aber vier Punkte weniger. In Bremen wird gemäkelt, in Düsseldorf geschlafen.

Benjamin Apitius
VAR was? Ozan Kabak (l.) und Omar Mascarell können es nicht glauben.
VAR was? Ozan Kabak (l.) und Omar Mascarell können es nicht glauben.Foto: dpa

Der 22. Spieltag in der Fußball-Bundesliga beginnt mit dem Valentinstagsduell zwischen Dortmund und Frankfurt. Echte Liebe. Die gibt es bei Hertha gerade nicht. Doch darum geht es hier nicht.

Wo ist Gänsehaut garantiert?

Frankfurt spielte schon letztes Jahr am Valentinstag, in der Europa League erkämpfte sich die Eintracht ein 2:2 in Donezk. In diesem Jahr ist es laut Vereinsmotto nun sogar „Echte Liebe“, auf die die Frankfurter am Freitagabend treffen werden. Aber in Dortmund – wie bei jedem anderen Klub auch – lieben sie natürlich vor allem sich selbst, Frankfurt sollte also nicht auf allzu viel Zärtlichkeit hoffen. Vor allem nicht von Erling Haaland, der zuletzt erstmals ohne Torerfolg blieb und unbedingt an seine acht Treffer aus den ersten vier Pflichtspielen für den BVB anknüpfen will. Insgesamt schoss der 19-Jährige in dieser Saison übrigens schon 36 Tore – eins mehr als Robert Lewandowski. Die echte Liebe der BVB-Fans scheint ihn zu beflügeln. „Ich habe Gänsehaut vom Warmmachen, bis ich nach dem Spiel in die Kabine gehe“, erzählte Haaland kürzlich in einem Interview mit dem norwegischen Fußball-Verband: „Das ist ein bisschen unwirklich, nein, das ist absolut fantastisch.“ Beim Klub in Dortmund fühlt sich der Torjäger wohl: „Ich konnte von Beginn an ich selbst sein.“

Wer kann das nicht von sich behaupten?

In Bremen wird derzeit viel gemäkelt am Auftreten von Klubikone Claudio Pizarro (Bild). Erst trank er im Winterurlaub ein Dosenbierchen, dann ging er nach der Niederlage gegen Union als Erster in die Kabine. „Nach innen will ich ihn nicht verändern“, betonte Werder-Coach Florian Kohfeldt nun unlängst – aber: „Von Claudio erwarte ich insbesondere, dass er eine Stressresistenz ausstrahlt, die er seine ganze Karriere gezeigt hat. Er soll Richtung Spiel allen vermitteln: Wir fahren jetzt zum Spiel, und egal wie groß der Druck ist, egal wie der Gegner heißt, entscheidend ist, dass wir unseren Fußball spielen.“ Vielleicht ist aber noch entscheidender, dass Pizarro am Samstag gegen Leipzig endlich mal wieder ein Törchen beisteuert. Genau das ist den Bremern in den letzten 606 Minuten nämlich nicht mehr gelungen – von zwei Eigentoren der Gegner mal abgesehen.

Wer schläft im fremden Bett?

Gladbach gegen Düsseldorf gilt nicht als das Derby am Rhein – obwohl die Städte ja näher beieinander liegen als Gladbach und Köln, dem wahren Derby unter den Fans. Praktisch aber für Gladbachs Spieler Florian Neuhaus, Christoph Kramer, Tony Jantschke und Fabian Johnson – die wohnen allesamt in Düsseldorf und haben am Samstagabend einen kurzen Heimweg.

VAR noch was?

Am Valentinstagsspieltag darf natürlich eine Mannschaft nicht fehlen: der Meister der Herzen. Davon ist Schalke in dieser Saison aber weit entfernt. Vor dem Spiel am Sonntag in Mainz hat der Klub, der sich zuletzt als Opfer des Videoschiedsrichters inszenierte, fünf Punkte weniger als 2001 – in einer Tabelle, die die Videoentscheidungen herausrechnet, wären es gar 9. Nur gut, dass der damalige Schiedsrichter Markus Merk kürzlich sagte, beim Bayern-Spiel in Hamburg hätte auch der VAR das Freistoßtor von Patrik Andersson nicht verhindert.

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