• Pyros bei Union gegen Hertha: „Die Fackel darf auf keinen Fall die Hand verlassen“

Pyros bei Union gegen Hertha : „Die Fackel darf auf keinen Fall die Hand verlassen“

Fanvertreter Sig Zelt über die Pyro-Grundsätze im Union-Stadion, vermummte Krawallmacher und das aggressivere Verhältnis der Fan-Lager.

Vermummte Union-Anhänger mussten von den Spielern zurückgedrängt werden.
Vermummte Union-Anhänger mussten von den Spielern zurückgedrängt werden.Foto: REUTERS

Sig Zelt ist Fan-Vertreter vom 1. FC Union und vom „Eisernen Virus“. Er war beim Berliner Stadtderby im Stadion An der Alten Försterei und erzählt, wie die Fans der Köpenicker mit den Vorfällen umgehen.

Herr Zelt, warum musste Torhüter Rafal Gikiewicz beim Derby vermummte Union-Anhänger daran hindern, weiter auf den Platz zu stürmen?

Von dieser Aktion war ich auch sehr überrascht. Damit hatte keiner gerechnet. Ich kann es mir nur so vorstellen, dass es eine Reaktion auf die Raketen aus dem Hertha-Block war - völlig spontan und ungeplant. Aber so etwas geht natürlich gar nicht. Umso toller, was Rafal Gikiewicz dann getan hat. Danach wurde von der Fantribüne ja auch sein Name skandiert.

Einige Union-Fans haben beim Spiel aber auch Pyros angezündet.

Das war zu erwarten. Denn viele Union-Fans finden Pyros toll, wenn dadurch keine anderen Menschen gefährdet werden und dadurch eine besondere Stimmung erzeugt wird. Deshalb schießen Union-Fans auch keine Raketen, so wie sie aus dem Hertha-Block geflogen sind. Bei uns gibt es den Grundsatz: Die Fackel darf auf keinen Fall die Hand verlassen – da sind sich bei uns alle einig. Umso mehr ärgern sich Union-Fans, dass sie von einigen Medien pauschal verurteilt werden. Diese Beliebigkeit in der Berichterstattung stärkt dann eher diejenigen, die vielleicht offen für krassere Aktionen sind. Nach dem Motto: Wenn eh alle denken, dass wir wild Pyros anzünden und abschießen, können wir es uns vielleicht doch erlauben.

Fanvertreter Sig Zelt
Fanvertreter Sig ZeltFoto: picture alliance / dpa

Wie schätzen Sie die Auswirkungen des Derbys für das Rückspiel im Olympiastadion ein?

Die Rivalität wird größer werden, wir wollen keine Feindschaft zwischen den Fan-Lagern, und es gibt ja auch viele ältere Fans, die sich die Hand reichen. Aber generell merke ich, dass das Verhältnis zwischen den Fan-Lagern aggressiver wird. Was all das für das Spiel in der Rückrunde bedeutet, ist natürlich Spekulation. Vielleicht sollten sich die Klubs zusammensetzen und der Tendenz entgegenwirken

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