• Redlich widersetzt sich Innenraumverbot: Machtkampf bei Tennis Borussia geht im September vor Gericht

Redlich widersetzt sich Innenraumverbot : Machtkampf bei Tennis Borussia geht im September vor Gericht

Am 11. September sehen sich der neue und alte Vorstand vor dem Amtsgericht. Laut Jens Redlich geht es dabei um die Änderung im Vereinsregister.

Am Freitag sorgte Jens Redlich bei TeBe für einigen Unmut.
Am Freitag sorgte Jens Redlich bei TeBe für einigen Unmut.Foto: Imago

Auf den ersten Blick läuft die Saison bei Tennis Borussia Berlin gut an: Beim überzeugenden 5:0 (2:0)-Sieg am Freitag gegen den FC Strausberg kehrten viele Fans des Fußball-Oberligisten zurück, die aus Protest gegen den bisherigen Vorstandsvorsitzenden Jens Redlich eine mehr als halbjährige Auszeit genommen hatten. Die Kulisse von 728 Zuschauern war die größte dieses Jahres im Berliner Mommsenstadion.

Doch mit Abpfiff zeigten sich wieder die Spannungen im Verein. Der vor kurzem abgesetzte Redlich feierte im Kreis der Mannschaft - trotz eines Innenraumverbots. Als er sich mit den Spielern in die Fankurve begeben wollte, kam es zu einer Auseinandersetzung. Auch Trainer Dennis Kutrieb geriet mit dem neuen Vorsitzenden Günter Brombosch aneinander.

„In einem Schreiben wurde ich angewiesen, nicht mehr die Kabine und das Spielfeld zu betreten“, sagte Redlich am Freitag vor der Partie. In dem entsprechenden Schreiben, unterzeichnet von Brombosch und Aufsichtsrätin Franziska Hoffmann, wird Redlich darauf hingewiesen, dass er „derzeit kein Amt in unserem Verein“ bekleide.

Redlich, zugleich Hauptsponsor, solle sich „ausschließlich im Zuschauer- und Sponsorenbereich aufhalten“ und es auch unterlassen, sich weiter als Vereinschef zu bezeichnen. Das soll nun vor Gericht geklärt werden. Am 11. September treffen sich laut Redlich beide Seiten vor dem Amtsgericht Charlottenburg zur Verhandlung darüber, ob seine Entmachtung rechtens war. Das Eilverfahren gegen eine entsprechende Änderung im Vereinsregister sei zugelassen worden.

Redlich erklärte eine Zahlung von mehr als 20 000 Euro als Fehlbuchung

Redlich räumt ein, Ende November des Vorjahres „aus einem Disput heraus“ per Mail seinen Rücktritt erklärt zu haben. Er habe aber auch klar angefügt, das Amt weiter auszufüllen, wenn Differenzen bei der Vereinsführung ausgeräumt würden, sagte Redlich. Er spricht nun von einem „Handstreich“ des Aufsichtsrats.

Hoffmann und Christian Gaebler hatten eine turbulente Mitgliederversammlung, bei der fünf Aufsichtsräte gewählt wurden, die Redlich nahe stehen, für nichtig erklärt und als verbliebene Mitglieder des Aufsichtsrats einen neuen Vorstand bestellt. Allerdings seien „gar keine Rechtsmittel eingelegt“ worden, so Redlich, der die Mitgliederversammlung im Januar noch geleitet hatte. Auch das müsse nun gerichtlich aufgearbeitet werden.

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Leander Günsberg, stellvertretender TeBe-Sprecher, erklärte am Freitag, der neue Vorstand kenne den Gerichtstermin bisher nicht. Bei einem Informationsabend hatte die neue Führung dafür auf fehlende Unterlagen und Belege für zahlreiche Neumitglieder, die kurz vor der Mitgliederversammlung eingetreten waren, und nicht nachvollziehbare Finanzflüsse verwiesen. Redlich erklärte eine Zahlung von mehr als 20 000 Euro an seine Firma mit einer Fehlbuchung, bei der zuvor zuviel Geld abgebucht worden sei. Wegen der möglichen Unregelmäßigkeiten ist auch das Landeskriminalamt eingeschaltet. (dpa)

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