Sechstage-Rennen in Berlin : Die Zeit nach Kristina Vogel

Im vergangenen Jahr dominierte Vogel die Sprints im Velodrom, nun stehen andere Fahrer wie Robert Förstemann beim Sechstagerennen im Blickpunkt.

Cäcilia Fischer
Berliner Hoffnungen. Maximilian Levy (l.) und Robert Förstemann wollen im Velodrom Rekorde jagen.
Berliner Hoffnungen. Maximilian Levy (l.) und Robert Förstemann wollen im Velodrom Rekorde jagen.Foto: Gregor Fischer/dpa

Das Laufradrennen ist noch offen. Ansonsten ist Robert Förstemann bestens vorbereitet für das 108. Sechstagerennen vom 24. bis 29. Januar 2019 im Berliner Velodrom. Nur ob der fünfjährige Sohn des Bahnsprinters mit dabei sein wird, ist noch nicht entschieden. Förstemann: "Noah hat bereits das Laufradrennen beim Weltcup mitgemacht und jetzt auch eine Einladung für das Sechstagerennen im Januar bekommen. Wir überlegen noch, er darf aber entscheiden."

Während das Laufradrennen eher zum Unterhaltungsteil des sechstägigen Radsportevents gehört, können die Wettbewerbe der Männer, Frauen, Teamsprinter und der U23-Fahrer mit internationalen Stars der Szene aufwarten. Allen voran die Berliner Sprinter Maximilian Levy, siebenmaliger Gewinner und Titelverteidiger des Rennens, und Robert Förstemann, viermaliger Gewinner des Sechstagerennens. Von denen erwartet der Sixdays-Geschäftsführer Valts Miltovics nicht weniger als neue Bahnrekorde, wie er zur Pressekonferenz ankündigte.

Dieter Stein, Leiter des Berliner Sechstagerennens, will sich nicht festlegen, was die Ergebnisse beider Profis angeht. Für ihn ist 2019 das Highlight, „dass wir die weltbesten Sportler ranbekommen haben, obwohl im März die Weltmeisterschaft stattfindet, die gleichzeitig die Qualifikation für Olympia ist. Fünf der sechs Sprinter sind Weltklasse und Anton Höhne ist unsere Zukunftshoffnung. Die drei Russen sind sensationell stark, zwei von ihnen sind auch amtierende Sprintweltmeister. Robert und Maximilian sind natürlich zweifelsfrei unsere Favoriten. Es wird also eine enge Kiste, nicht nur zwischen den Deutschen."

Heimspiel für Robert Förstemann

Den Sprint der Frauen, der 2018 erstmals im Rahmen des Sechstagerennens stattfand, wird 2019 nicht wieder geben, weil die besten Fahrerinnen im Trainingslager sind. Dieter Stein sagt: „Der tragische Trainingsunfall von Kristina Vogel dieses Jahr war natürlich ein Schock, den wir erstmal verdauen mussten." Die Lücke, die Vogel hinterlässt, ist groß - im vergangenen Jahr dominierte sie die Sprints nach Belieben. Maximilian Levy hatte ihn live miterlebt und engagiert sich seitdem rührend um seine Sportskameradin. Auf das kommende Sechstagerennen freut er sich. „Ich fahre lieber sechs Tage Rennen, als dass ich sechs Tage lang am Stück trainiere. Wer gewinnt, wird sich zeigen. Im Zweifel schmeißen Robert und ich unsere Synergien gegen die Russen zusammen.“ Und Robert Förstemann ergänzt: „Es würde uns schon sehr ärgern, wenn von uns am Ende keiner auf dem Siegertreppchen steht.“

Für ihn ist das 108. Sechstagerennen in Berlin wieder ein Heimspiel. Förstemann: "Ich war die letzten zwei Jahre vor allem in Cottbus. Mein Trainingsschwerpunkt ist jetzt aber wieder das Velodrom und mein Trainer ist wieder Emu.“ Von Emanuel Raasch hatte sich Förstemann zwischenzeitlich getrennt, jetzt passt es offenbar wieder. Die Vorfreude ist dem Sprinter anzumerken. Gespannt ist er auch, „weil eben nur zwei Nationen am Start sind“. Und weil er wieder Bestleistungen bringen will, wie so immer vor den 12 000 Zuschauern in seinem „Heimstadion“.

Was seinen Sohn angeht, wird er Dieter Stein vielleicht entgegenkommen und ihn zum Laufradrennen antreten lassen. Stein würde es freuen: „Ich bin ja auch Landestrainer Berlin und wir müssen den Nachwuchs auf die Reihe kriegen, damit uns die Sportler für das Sechstagerennen nicht ausgehen." Mit dem ältesten Sohn von Robert Förstemann ist schon einer gesetzt.

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