Zweite Liga : Gemischte Gefühle beim 1. FC Union

Der 1. FC Union verpasst gegen Duisburg den dritten Heimsieg in Folge, bleibt unter Trainer Urs Fischer aber weiter ungeschlagen.

Steven Wiesner
Viel Arbeit. Gegen Duisburg hatten Florian Hübner und der 1. FC Union einige Probleme.
Viel Arbeit. Gegen Duisburg hatten Florian Hübner und der 1. FC Union einige Probleme.Foto: Annegret Hilse/dpa

Florian Hübner wollte nach seinem Treffer zum 2:2 eigentlich nur einen Menschen sehen. Aber nicht den Vorlagengeber Rafal Gikiewicz, kein Mitglied aus dem medizinischen Stab und auch keine Herzensdame auf der Tribüne – sondern seinen Gegenspieler Richard Sukuta-Pasu. Mit dem hatte sich der Innenverteidiger wenige Augenblicke zuvor nach einem Foul des Duisburgers noch ein heftiges Streitgespräch samt Handgreiflichkeiten geliefert. Nach seiner Torpremiere für Union konnte sich Hübner dann ein paar provokante Blicke in Richtung Sukuta-Pasu nicht verkneifen. „Rangeleien gehören dazu“, sagte Hübner. „Aber an den Hals greifen, das macht man nicht. Ich glaube, ich habe die perfekte Antwort geliefert.“

Hübners Antwort bescherte dem 1. FC Union aber nur eine kleine Genugtuung nach diesem umkämpften Freitagabendspiel gegen den bis dato tor- und punktlosen Tabellenletzten MSV Duisburg. „Wir haben das Spiel selber vergeigt“, sagte Mittelfeldspieler Grischa Prömel mit Blick auf das zweite Unentschieden in Serie und das dritte im fünften Ligaspiel. Die Köpenicker verpassten damit auch den vorläufigen Sprung an die Tabellenspitze. „Von uns denkt keiner an irgendeine Tabellenführung“, sagte Prömel. „Wir wollten einfach das Spiel gewinnen, haben aber Überzeugung, Wucht und Wille vermissen lassen. So war das schlussendlich zu wenig.“

Ganz so negativ wollte Unions Trainer Urs Fischer die Punkteteilung nicht bewerten. „Klar ist man unzufrieden“, sagte der Schweizer. „Aber ich kann meiner Mannschaft keinen großen Vorwurf machen. Wir hatten alles im Griff und vor allem die Vorwärtsbewegung hat mir bei Weitem besser gefallen als zuletzt.“

Union kann freitags nicht mehr gewinnen

Dafür hatte er schon mit seiner Aufstellung Sorge getragen, denn im Gegensatz zum Sandhausen-Spiel tauschte Fischer seine gesamte Offensivreihe hinter Torjäger Sebastian Andersson aus. So bekamen diesmal Marcel Hartel, Felix Kroos und Akaki Gogia die Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen. Und die beiden letzteren waren auch für die Führung kurz vor der Pause verantwortlich.

Ein Tor, das schon für die nächsten drei Punkte hätte reichen können. „Dann aber werfen wir uns das Ding gefühlt selbst rein“, ärgerte sich Florian Hübner. Und am Ende mussten sich die Köpenicker sogar noch glücklich schätzen, die erste Saisonniederlage umkurvt zu haben.

Irgendwie will es in dem verflixten dritten Heimspiel eben nicht so recht klappen. Das letzte Mal, dass Union die ersten drei Heimspiele einer Saison für sich entscheiden konnte, ist bereits neun Jahre her. Der damalige Aufsteiger besiegte seinerzeit Düsseldorf, Rostock und Paderborn. „Normalerweise müssen wir unsere Spiele zuhause gewinnen“, sagte Hübner. „Auch, um unsere Fans mitzunehmen.“

Obwohl der 1. FC Union unter Fischer in Pflichtspielen weiterhin unbesiegt ist, schleppt er noch einen zweiten kleinen Fluch mit sich herum. Denn offenbar haben sich die Köpenicker eine kleine Allergie gegen Freitagabendspiele eingefangen. Das 2:2 gegen Duisburg war bereits die sechste Partie in Folge, die nicht gewonnen werden konnte. Die gute Nachricht: Bis in den Dezember hinein hält der Spielplan erstmal kein weiteres Freitagsspiel für Union bereit.

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