FRAGEN  an Dorothee Nolte : Mit leichten Stiefeln auf den Chimborazo

Konnte Humboldt reiten? Fragen von Gästen des Tagesspiegels-Salons an Humboldt-Biografin Dorothee Nolte.

Tagesspiegel-Redakteurin und Autorin Dorothee Nolte.
Tagesspiegel-Redakteurin und Autorin Dorothee Nolte.Foto: Claudia Rohnke

Im September jährt sich Alexander von Humboldts Geburtstag zum 250. Mal, und aus diesem Anlass erscheinen viele Bücher über den Naturforscher. Eins davon hat Tagesspiegel-Redakteurin Dorothee Nolte geschrieben: „Alexander von Humboldt. Ein Lebensbild in Anekdoten“. Vor Kurzem stellte sie es im Tagesspiegel-Salon vor. Hier einige Fragen der Gäste.

Welche Eigenschaften Alexander von Humboldts haben Sie im Laufe Ihrer Beschäftigung mit ihm am meisten bewundert? Hans Schumacher, Wedding

Viele! Seinen Mut, seine Neugier, seinen Freigeist, seine Unkonventionalität, sein soziales Engagement, seine Offenheit, seinen Witz. Und nicht zuletzt: sein Gedächtnis. Wie kann man sich für so viele Dinge interessieren, so vieles erforschen und sich das auch noch merken? Für mich unvorstellbar.

Warum hielt sich Alexander von Humboldt lieber in Paris auf als in Berlin? Günter Ostermai, Spandau

Er hat Berlin als „moralische Sandwüste“, als „kleine, öde, unliterarische Stadt“ bezeichnet – in Paris fand er ein viel regeres kulturelles und wissenschaftliches Leben vor. Nach seiner Rückkehr aus Amerika hat er deswegen von 1807 bis 1827 dort gelebt, dort waren die Wissenschaftler und Künstler, die er brauchte, um sein Reisewerk zu veröffentlichen. Im Übrigen sprach er Französisch wie seine Muttersprache.

Wie hat sich Humboldt auf seinen Reisen in Südamerika fortbewegt? Konnte er reiten? Alexander Bungard, Schöneberg

Reiten konnte er natürlich – er ist ja auch in jungen Jahren in Europa schon viel gereist, auf dem Pferd und in der Kutsche. In Südamerika kam die Piroge als Fortbewegungsmittel hinzu, der Einbaum, in dem Bonpland und er den Orinoco befahren haben. Humboldt lehnte es übrigens ab, sich von Menschen tragen zu lassen, wie es bei Andenüberquerungen üblich war: Sogenannte „Silleros“ hatten eine Art Sitz auf dem Rücken und wuchteten die reicheren Menschen durchs Gebirge. Das fand Humboldt unmöglich! Er war selbst sehr gut zu Fuß – auf den Chimborazo kletterte er durch Eis und Schnee mit leichten Stiefeln. Nur schwimmen konnte er nicht.

Wo befindet sich Alexander von Humboldts Privatbibliothek? Uta Simmons, 12163 Berlin

Das ist eine traurige Geschichte: Er hat sie seinem Diener Johann Seifert vermacht, der sie nach London verkauft hat. Dort sollte sie zur Auktion kommen – ist aber vorher verbrannt.

Aktuelle Veranstaltungen im Tagesspiegel

  1. 16. April 2019: Humboldt-Salon

    Einstimmung aufs Humboldt-Jahr: Dorothee Nolte liest Anekdoten, drei Museen präsentieren sich, Beginn 19 Uhr

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