26 Prozent weniger Produktion : Jetzt zeigt sich, wie heftig der Shutdown die Industrie getroffen hat

Das Statistische Bundesamt legt Zahlen zur Produktion für April vor. Sie verdeutlichen den dramatischen Einbruch. Ist die Talsohle erreicht?

In der deutschen Industrie hat sich der Einbruch der Produktion wegen der Corona-Krise im April deutlich verstärkt.
In der deutschen Industrie hat sich der Einbruch der Produktion wegen der Corona-Krise im April deutlich verstärkt.Klaus-Dietmar Gabbert/zb/dpa

Deutsche Unternehmen haben ihre Produktion im April angesichts der Coronakrise stark gedrosselt. Industrie, Bau und Energieversorgern stellten zusammen 17,9 Prozent weniger her als im Vormonat, wie das Statische Bundesamt am Montag mitteilte.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hingegen hatten nur mit einem Rückgang von 16,0 Prozent gerechnet, nachdem es schon im Vormonat um 8,9 Prozent nach unten gegangen war. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es sogar einen Einbruch von 25,3 Prozent. "Dies ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Zeitreihe im Januar 1991", hieß es.

"Der konjunkturelle Tiefpunkt ist damit erreicht", erklärte das Bundeswirtschaftsministerium dazu. "Mit der schrittweisen Lockerungen der Schutzmaßnahmen und der Wiederaufnahme der Produktion in der Automobilindustrie setzt nun die wirtschaftliche Erholung ein." Der Weg dürfte aber steinig werden: Der exportabhängigen Industrie brachen die Aufträge im April in Rekordtempo weg. Sie fielen um 25,8 Prozent niedriger aus als im März.

Die Industriebetriebe erwarten daher für die kommenden drei Monate einen weiteren Rückgang ihrer Produktion, der allerdings nicht mehr so stark ausfallen dürfte. Das entsprechende Barometer der Produktionserwartungen stieg im Mai auf minus 20,4 nach minus 51,0 Punkten im April, wie das Münchner Ifo-Institut unter Berufung auf eine Umfrage unter Unternehmen mitteilte.

Das sei zwar der größte Anstieg seit der Wiedervereinigung. "Aber das bedeutet nur, dass der Sturzflug nun flacher wird", erläuterte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. (Reuters)

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