Wirtschaft : Bayer und Novartis beenden Medikamenten-Streit

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Berlin - Der Leverkusener Pharmakonzern Bayer und sein Schweizer Wettbewerber Novartis haben ihren Streit um das Multiple-Sklerose-Medikament Betaferon beigelegt. Bayer kauft Novartis die biotechnologischen Produktionsanlagen für das Mittel in den USA ab, wie beide Unternehmen am Montag mitteilten.

Für Bayer ist die Vereinbarung deshalb so wichtig, weil Betaferon das umsatzstärkste Produkt der Bayer-Gesundheitssparte ist. Betaferon, das in den USA Betaseron genannt wird, brachte Bayer im vergangenen Jahr einen Umsatz von 991 Millionen Euro weltweit ein. Das Mittel war 2006 mit der Übernahme von Schering zu Bayer gekommen.

„Alle Rechtsstreitigkeiten sind damit beendet“, sagte der Chef der Bayer-Arzneimitteltochter Bayer Schering Pharma, Arthur Higgins. Hintergrund des Streits war eine Option von Bayer auf die Übernahme der US-Produktionsstätten, die das Unternehmen nach dem Kauf der US-Firma Chiron durch Novartis im vergangenen Jahr erhielt. Die nun getroffene Vereinbarung sieht vor, dass Bayer rund 200 Millionen Dollar (etwa 150 Millionen Euro) für Produktionsausrüstung, Rohstoffe und Gebäudemiete im kalifornischen Emeryville zahlt. Bayer übernimmt auch die rund 550 Mitarbeiter, die derzeit in der Produktionsanlage beschäftigt sind. Noch bis Oktober 2008 erhält Novartis zudem eine Beteiligung von 12,5 Prozent an den weltweiten Betaferon-Nettoumsätzen.

In der ersten Hälfte 2009 wird Novartis schließlich unter eigenem Namen eine Version des Medikaments auf den Markt bringen. Bayer soll es dann herstellen. „Wir sind die exklusiven Produzenten“, sagte Higgins. An den Umsätzen werde Bayer Schering Pharma im zweistelligen Prozentbereich beteiligt. Novartis hat zudem das Recht, weitere Darreichungsformen seiner Betaferon-Version zu entwickeln. Für sein noch in der Entwicklung befindliches Multiple-Sklerose-Medikament FTY 720 will das Schweizer Unternehmen im Jahr 2009 die Zulassung beantragen. Tsp

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