Chef von Rocket Internet : Samwer: Schauen uns nach Investitionsmöglichkeiten um

Die Berliner Startup-Schmiede Rocket Internet sucht nach Investitionsmöglichkeiten im Technologiesektor. "Wir schauen uns Fintech an", sagte Rocket-Chef Samwer am Dienstag.

Rocket Internet-Chef Oliver Samwer bei der Hauptversammlung der Internetschmiede 2017.
Rocket Internet-Chef Oliver Samwer bei der Hauptversammlung der Internetschmiede 2017.Foto: DAVIDS/ Sven Darmer

Die Berliner Startup-Schmiede Rocket Internet hält nach neuen Investitionsmöglichkeiten Ausschau. "Wir suchen nach Gelegenheiten im Technologiesektor", sagte Rocket-Chef Oliver Samwer am Dienstag zu Journalisten. Es gebe aber kein Zeitfenster. Derzeit könnte Rocket aus dem Vollen schöpfen: Mitte Mai hatte das im Mdax notierte Unternehmen 2,6 Milliarden Euro auf der hohen Kante. Analysten und Anleger hatten sich zuletzt verstärkt gefragt, wann Rocket sein Kapital wieder in Jungfirmen steckt. "Wir schauen uns Fintech an, große vertikale Marktplätze und Sachen rund um die Künstliche Intelligenz", sagte Samwer.

Im ersten Quartal überschritt Rocket die Gewinnschwelle und erzielte wegen verschiedener Transaktionen im Zusammenhang mit der Beteiligung am Essenslieferdienst Delivery Hero einen Gewinn von 75 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte es noch einen Fehlbetrag im operativen Geschäft (Ebitda) von 86 Millionen Euro gegeben. Ob sich Rocket auch im Gesamtjahr in den schwarzen Zahlen halten wird, wollte Rocket-Finanzchef Peter Kimpel mit Verweis auf Unsicherheiten durch börsennotierte Unternehmen wie HelloFresh und den geplanten Börsengang von Home24 nicht sagen.

"Wir sind auf dem richtigen Weg", versicherte Samwer. Anders als in vorangegangenen Quartalen verzichtete Rocket nun darauf, die Umsätze und Verluste der größten Beteiligungen wie dem Kochbox-Anbieter HelloFresh, Home24 und der Global Fashion Group zusammenzufassen. Die meisten Startups veröffentlichen ihre Zahlen eigenständig, weswegen es laut Kimpel mehr Sinn macht, sie individuell zu betrachten.

Die größte afrikanische Online-Plattform Jumia, die auch als Börsenkandidat gilt, erhöhte ihre Erlöse von Januar bis März um 46 Prozent. Ähnlich den anderen Beteiligungen schreibt auch Jumia weiterhin Verluste. Samwer sagte, der Onlinehändler könne in den nächsten 24 Monaten frisches Geld benötigen. Der Möbelhändler Westwing übertraf mit einem Plus von 1,2 Millionen Euro für das zweite Quartal in Folge die operative Gewinnschwelle. (Reuters)

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