Dieselskandal : VW plant Verschrottung alter Diesel gegen hohe Prämien

Volkswagen will Fahrverbote verhindern und plant die Verschrottung alter Diesel. Die Umtauschprämien sollen bei bis zu 10.000 Euro liegen.

Volkswagen will nach Berichten den Besitzern alter Diesel bundesweit Umtauschprämien anbieten und die Autos verschrotten.
Volkswagen will nach Berichten den Besitzern alter Diesel bundesweit Umtauschprämien anbieten und die Autos verschrotten.Foto: Tobias Hase/dpa

Über Umtauschprämien in 14 Städten mit besonders belasteter Luft hinaus plant Volkswagen bundesweit die Verschrottung alter Diesel. Dabei geht es nach dpa-Informationen um die Rücknahme und Verschrottung älterer Dieselfahrzeuge der Marken VW, Seat, Skoda und Audi mit den Abgasnormen 1 bis 4. Autobesitzer, die den Umtausch wollen, erhalten demnach eine Prämie - diese soll den Angaben zufolge in der Spitze und für die besonders großen Modelle bei bis zu 10.000 Euro liegen. Ziel ist, drohende Fahrverbote zu verhindern. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung über einen entsprechenden Vorstandsbeschluss berichtet.

In den 14 Städten soll es zusätzlich zu Umtauschprämien ein Sonderprogramm für Diesel-Autos der Abgasnormen 4 und 5 geben. Dazu zählt laut „Bild“ eine günstigere Finanzierung. Ein Volkswagen-Sprecher kündigte an, am Donnerstag werde der Konzern sich zu den Details des Dieselumtauschprogramms äußern.

Im kürzlich vorgestellten Diesel-Konzept der Bundesregierung sind Hardware-Nachrüstungen für Euro-5-Diesel neben Umtauschaktionen als Möglichkeit vorgesehen, um die Luft in Städten mit hoher Schadstoffbelastung zu verbessern. Bezahlen sollen dies die Autohersteller. Diese lehnen Hardware-Nachrüstungen aber ab.

5000 Euro für einen Euro-5-Diesel

Zuvor war bekanntgeworden, dass Volkswagen über einer Million Diesel-Besitzer vom 1. November an Umtauschprämien anbieten will. Die geplanten Prämien sollten im Durchschnitt bei etwa 4000 Euro für Diesel der Abgasnormen Euro 1 bis Euro 4 liegen - und bei 5000 Euro für Euro-5-Diesel.

Die große Koalition streitet derzeit über mögliche Milliarden-Bußgelder für Autobauer. Hintergrund ist die Weigerung der Hersteller, bei möglichen technischen Nachrüstungen älterer Diesel-Autos die Kosten vollständig zu übernehmen. Dies ist neben Kaufanreizen für sauberere Autos ein zentraler Punkt eines Maßnahmen-Pakets, auf das sich Union und SPD im Kampf gegen Fahrverbote geeinigt hatten.

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Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) lehnt Bußgelder gegen Autohersteller ab. Er setzt vor allem auf Kaufanreize. Die Hersteller würden „attraktive“ Umtauschprämien anbieten, es gehe um 1,4 Millionen Autos und ein Volumen von sieben Milliarden Euro, hatte er vergangene Woche gesagt.

Anfang der Woche war bekannt geworden, dass mit Opel der nächste deutsche Autobauer im konkreten Verdacht steht, die Abgase von Dieselfahrzeugen mit umstrittenen Software-Funktionen manipuliert zu haben. Das Bundesverkehrsministerium hatte einen amtlichen Rückruf für europaweit rund 100.000 Autos der Typen Insignia, Cascada und Zafira angekündigt. Darüber hinaus brummte die Staatsanwaltschaft München der VW-Tochter Audi ein Bußgeld von 800 Millionen Euro auf. Grund seien „Abweichungen von den regulatorischen Vorgaben“ bei bestimmten Dieselmotoren. (dpa)

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